Rimini-Treffen eröffnet: Papst warnt vor Geschichtsvergessenheit

Vatikanstadt (APA) - Papst Franziskus hat Christen vor Geschichtsvergessenheit und Realitätsferne gewarnt. Wenn die Gesellschaft ihre Vergan...

Vatikanstadt (APA) - Papst Franziskus hat Christen vor Geschichtsvergessenheit und Realitätsferne gewarnt. Wenn die Gesellschaft ihre Vergangenheit wie eine „nutzlose Bürde“ ablege, habe dies schwerwiegende Konsequenzen, hieß es laut Kathpress in einer Botschaft von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, die dieser im Namen des Papstes an das am Samstag eröffnete Katholikentreffen im italienischen Rimini sandte.

Nur mit dem Blick auf „das Wahre, Schöne und Gute, das unsere Väter uns hinterlassen haben“, könne man den gegenwärtigen Epochenwechsel als Chance leben.

Im fragmentierten und beschleunigten Leben greife Orientierungslosigkeit um sich, errungene Werte würden verkannt, für die Begegnung mit Gott werde kein Platz mehr eingeräumt, beklagte der Papst ein „spirituelles Alzheimer“. Weiter hieß es in dem Grußwort, Christen pflegten keine nostalgische Rückwärtsgewandtheit. „Wir haben keine Räume zu verteidigen, weil die Liebe Christi keine unüberwindbaren Grenzen kennt.“ Diese Zeit sei günstig für eine Kirche im Aufbruch. Es müsse jedoch zugleich eine „Kirche reich an Erinnerung“ sein, so der Kardinal.

Das von der katholischen Gemeinschaft Comunione e Liberazione (Gemeinschaft und Befreiung), einer katholischen Erneuerungsbewegung in Italien, ausgerichtete „Meeting für die Freundschaft zwischen den Völkern“ findet jährlich in der zweiten Augusthälfte in Rimini statt. Von Sonntag bis Samstag stehen in der italienischen Adria-Stadt Vorträge und Veranstaltungen zu religiösen, politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Themen auf dem Programm. In den vergangenen Jahren zog das Treffen jeweils mehrere Hunderttausend Besucher an.

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Die 38. Ausgabe des Katholikentreffens greift als Generalmotto den Satz „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!“ aus Goethes Faust auf. Angesichts der Herausforderung, im „postfaktische Zeitalter“ Wahres von Falschem zu unterscheiden und der „immer größeren Schwäche der Demokratien der Welt“, sei ein Rekurs auf errungene Werte heilsam, erklären die Veranstalter nach Angaben von Radio Vatikan das Motto des Treffens.


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