Merkel wirft Türkei Missbrauch von Interpol im Fall Akhanli vor

Berlin (APA/Reuters/AFP) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erleichtert über die Freilassung des deutschen Schriftsteller...

Berlin (APA/Reuters/AFP) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erleichtert über die Freilassung des deutschen Schriftstellers Dogan Akhanli in Spanien geäußert. Zugleich warf Merkel der türkischen Regierung am Sonntag in einer RTL-Sendung einen Missbrauch von Interpol vor. Die türkische Regierung hatte darüber eine Festnahme des türkischstämmigen Akhanli beantragt, was zur vorübergehenden Festnahme führte.

Internationale Einrichtungen wie die grenzübergreifende Polizeibehörde Interpol dürften „nicht für so etwas missbraucht“ werden. Die deutsche Bundesregierung stehe in Kontakt zur spanischen Regierung, sagte Merkel in der Townhall-Sendung „An einem Tisch mit Angela Merkel“, bei der sie sich Fragen von Bürgern stellte. Vergangenen Sonntag war dort SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz zu Gast.

Als „völlig unmöglich“ bezeichnete Merkel die Aufforderung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan an türkischstämmige Deutsche, nicht nur Bundestagswahl zu gehen. „Ich lade alle ein, hier ihre Stimme abzugeben in einem freien Land. Darauf sind wir stolz“, betonte die Kanzlerin. Die CDU-Chefin kritisierte generell den Kurs der türkischen Regierung. „Deshalb haben wir unser Türkei-Politik auch massiv geändert.“ Man müsse sich immer weiter Schritte vorbehalten.

Erdogan hatte die türkischstämmigen Wähler in Deutschland aufgefordert, bei der Bundestagswahl nicht für die Parteien der Regierungskoalition oder die Grünen zu stimmen.

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