Doskozil für eigene Helikopter

Eine internationale Ausschreibung ist für den Minister derzeit nur Plan B.

Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (im Bild auf Besuch beim Kommando Gebirgskampf im Steinernen Meer bei Saalfelden) muss aus Altersgründen die wendigen Alouette-Hubschrauber ersetzen, die derzeit etwa für Rettungsflüge verwendet werden.

Von Carmen Baumgartner-Pötz

Wien –Hubschrauber made in Austria, entwickelt und gebaut von einem österreichischen Industriecluster, das schwebt Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) vor. „Die Technik und das Know-how haben wir“, gab sich der Ressortchef diese Woche bei einem Besuch des Kommandos Gebirgskampf im Steinernen Meer bei Saalfelden selbstbewusst. Der Minister und mitgereiste Journalisten bekamen da unter anderem zu sehen, was die Alouette-Hubschrauber können, von denen das Bundesheer rund zwei Dutzend aus Altersgründen ersetzen muss. Auch rund zwölf Stück Bell OH-58 werden in den nächsten Jahren ausgemustert. „So wendig wie der Alouette III ist sonst kein Hubschrauber auf der Welt, mit keinem kann man so nahe zu einer Wand hinfliegen“, schwärmt ein Major bei einer Übung, bei der ein Soldat per Seil geborgen und mit dem Hubschrauber abtransportiert wird. Das Bundesheer sei derzeit mit einigen Unternehmen im Gespräch, bestätigte Doskozil. Die Variante eines selber entwickelten Heeres-Hubschraubers sei „charmant“, meint Doskozil, „weil wir dann langfristig gesehen bei weiteren Erlösen mitpartizipieren können“. Für den Fall, dass die Gespräche mit den Unternehmen im Sand verlaufen, gibt es einen Plan B: „Dann machen wir im Herbst eine internationale Ausschreibung“, so Doskozil. Wie viel Stück es von dem neuen Hubschrauber geben soll, ist noch offen, mehr als 12 werden es aber jedenfalls sein. Mit ihm sollen Transport-, Rettungs- und bewaffnete Flüge durchgeführt werden können.

Kein Thema ist es mehr, die Heeres-Hubschrauber den Bundesländern für die zivile Flugrettung anzubieten. Grund dafür ist die vorgezogene Nationalratswahl. Die Entscheidung, welcher Abfangjäger den ungeliebten Eurofightern nachfolgen wird, steht ebenfalls noch aus.

Alouette-Hubschrauber werden häufig für Rettungsflüge verwendet.

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