Lampedusa-Erzbischof verlangt klare EU-Flüchtlingspolitik

Rom (APA) - Der italienische Kardinal Francesco Montenegro fordert eine klare und einheitliche Flüchtlingspolitik in Europa. „Einige wenige ...

Rom (APA) - Der italienische Kardinal Francesco Montenegro fordert eine klare und einheitliche Flüchtlingspolitik in Europa. „Einige wenige Staaten haben wirklich eine Art Gemeinschaft geschaffen, die helfen will, andere legen eher Egoismen an den Tag“, sagte der Erzbischof von Agrigent laut Kathpress-Meldung vom Dienstag im Interview für das deutsche Online-Portal „katholisch.de“.

Sein Eindruck sei, dass ein Großteil Europas die Flüchtlinge loswerden möchte. „Es ist den Ländern egal, was mit diesen Menschen passiert, die ja nur leben wollen“, ergänzte Montenegro, zu dessen Erzdiözese die Insel Lampedusa gehört. Dort an den Stränden landen ihm zufolge derzeit weniger Migranten, weil diese bereits auf dem Meer gestoppt und in die Hotspots nach Sizilien gebracht würden.

Auch die Kirche kann nach seinen Worten in dieser Situation noch viel mehr tun und sich klarer positionieren. „Diese Menschen haben Rechte, die anerkannt werden müssen. Wichtig ist dabei, dass wir nicht so sehr als einzelne Ortskirchen sprechen, sondern dass wir uns besser vernetzen und gemeinsam die Stimme erheben“, sagte der Kardinal. Es sei Christenpflicht, jeden Menschen wie einen Bruder zu behandeln, so Montenegro: „Für mich als Christ sind die Flüchtlinge ein Bild Christi. Einen Flüchtling sterben zu lassen, bedeutet Christus sterben zu lassen.“

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