Krankheit

Die Pest ist noch nicht ausgerottet

Im Mittelalter forderten Pestepidemien Millionen Tote. Derzeit wütet die Seuche auf Madagaskar. Das Risiko, die Krankheit einzuschleppen, ist nicht sehr hoch, aber doch vorhanden, sagt Günter Weiss.

Fast 1200 Menschen haben sich auf Madagaskar seit September mit der Pest infiziert. Mehr als 100 sind daran gestorben.
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Von Nicole Strozzi

Pestmasken mit Schnabelnasen, traurige Seemannslieder und der „Schwarze Tod“, der ein Drittel der europäischen Bevölkerung auf dem Gewissen hatte: Beim Thema Pest denken die meisten sofort ans Mittelalter – und dass die ansteckende Seuche längst ausgerottet ist. „Dabei gibt es weltweit mehrere Regionen, wo die Pest immer noch vorkommt und Menschen daran sterben“, erklärt Günter Weiss, Direktor der Uniklinik für Innere Medizin II (Infektiologie und Immunologie) in Innsbruck. So zum Beispiel in den USA in den Rocky Mountains, in Süd­amerika, Afrika, Asien, China und in der Mongolei. Am bekanntesten ist aber Madagaskar, wo es normalerweise ganzjährig immer wieder zu kleineren Ausbrüchen der Beulenpest kommt. Dass die Pest vor allem Madagaskar heimsucht, hängt laut Weiss mit den Nagern zusammen, die in dieser Region die Pest besonders gut und lange aushalten und nicht daran verenden.


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