Gesellschaft

Pettneuer sammelten Unterschriften für Vikar

© Reichle

Unbekannte forderten kürzlich in einem Flugblatt dazu auf, einen Vikar loszuwerden. In Pettneu reagiert man darauf mit einer Solidaritätsaktion.

Von Matthias Reichle

Stanzertal –Ein Flugblatt, das unter anderem in der Pfarrkirche Pettneu aufgelegt worden war, sorgt im Stanzertal seit einigen Wochen für gehörigen Wirbel. „Jetzt ist die Zeit, diesen Priester loszuwerden. Vielleicht ist er dann dieses Jahr schon Geschichte“, ist da­rin zu lesen. Gemeint ist Vikar Thomas Ladner, der seit gut einem Jahr im Seelsorgeraum Oberes Stanzertal wirkt.

Die Gemeinde Pettneu reagierte nun mit einer Solidaritätsaktion auf den Angriff gegen ihren Hirten. Bis gestern beteiligten sich rund 200 Personen an der Unterschriftenaktion, die vom Pfarrgemeinderat gestartet worden ist.

Von einer „Schande“ spricht Pfarrer Augustin Kouanvih aus St. Anton in Zusammenhang mit dem Flugblatt – der Inhalt sei schlimm genug, darüber hinaus wurde es aber auch noch mit ihm in Verbindung gebracht. Unterschrieben ist es nämlich mit „Die Pfarrgemeinderäte und Kirchenräte vom Seelsorgeraum Oberes Stanzertal mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Pfarrer Augustin und sehr vielen Kirchenbesuchern!“. Gremien, die jedoch nichts damit zu tun hätten.

Der Pfarrer, der daraufhin selbst angegriffen wurde, dis­tanziert sich ebenfalls klar vom Flugblatt und hat versucht, Anzeige zu erstatten. Ebenso wie Roswitha Jehle aus St. Jakob, die im Text vom unbekannten Urheber zitiert worden war und deren Name deshalb darin zu finden ist. Sie hatte sich im Online-Glückwünsche-Buch für den neuen Bischof Hermann Glettler durchwegs kritisch zu Vikar Ladner geäußert – und bleibt auch bei ihrer Meinung, dass dieser „nicht an einer gedeihlichen Zusammenarbeit“ interessiert sei. Gleichzeitig ist sie „empört“, dass ihre Zeilen aus dem Internet kopiert, von Unbekannten mit einem Zusatz versehen und in dieser Form verbreitet wurde, wie sie betont.

Der Vikar dürfte polarisieren, dass es sich beim Schreiben aber nur „um die Meinung von Einzelpersonen“ handelt, hinter der nicht die angeblichen Unterzeichner stehen, stellte der Pfarrkirchenrat und Pfarrgemeinderat Pettneu in einer Stellungnahme klar, die inzwischen im Eingangsbereich der Kirche hängt.

Strafrechtlich dürfte das Flugblatt keine Relevanz besitzen, wie Bruno Falch, Leiter der Polizeiinspektion St. Anton und selbst Pettneuer Pfarrgemeinderat, betont. „Wir haben klar gesagt, dass wir hinter dem Vikar stehen“, sagt auch er. „Wenige machen hier einen großen Wirbel“, so Falch über die Urheber der ganzen Aufregung.

Der Vikar selbst sieht die Sache in seiner Stellungnahme gelassen: Das Flugblatt spiegle die reale Situation nicht wider. Er finde das Klima „sehr positiv“. Es sei schnell etwas getan oder gesagt – er selbst nehme sich da nicht aus. „Für mich ist das erledigt.“

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