Gebeutelter Renzi sucht Allianzen im Linkslager

Rom (APA) - Nach der Wahlschlappe auf Sizilien und Angriffen aus den Reihen seiner Partei zeigt sich Italiens Sozialdemokraten-Chef Matteo R...

Rom (APA) - Nach der Wahlschlappe auf Sizilien und Angriffen aus den Reihen seiner Partei zeigt sich Italiens Sozialdemokraten-Chef Matteo Renzi bereit für die Öffnung der Mitte-Links-Allianz für andere Kräfte. Die Aufnahme von Gesprächen mit der konkurrierenden Linkspartei MDP um seinen Ex-Parteichef Pierluigi Bersani schließt der Vorsitzende der regierenden Demokratischen Partei (PD) nicht aus.

Renzi ist überzeugt, dass der PD trotz Stimmenrückgang auf Sizilien bei den Parlamentswahlen im Frühjahr vor Beppe Grillos Fünf-Sterne-Bewegung (Movimento 5 Stelle) stärkste Einzelpartei im Parlament wird, wie italienische Medien berichteten. Die PD sei ein Damm gegen den Populismus der „Grillini“. Wichtig sei jedoch, dass die Partei Zusammenhalt bewahrt.

„Wir stehen vor einem Wahlkampf, den wir geschlossen angehen müssen“, meinte der PD-Chef vor Parteikollegen. Er zeigte sich überzeugt, dass seine Gruppierung die Grillo-Partei besiegen könne. Umfragen, laut denen der Movimento 5 Stelle 30 Prozent der Stimmen erobern könnte, bezeichnete Renzi als unglaubwürdig. Ohne Wahlallianzen könne keine Partei wirklich wettbewerbsfähig sein.

Renzi erklärte sich mit der von den Mitte-Links-Regierungen seit 2014 geleisteten Arbeit sehr zufrieden. Die von seiner Regierung gebilligte Arbeitsmarktreform habe die Beschäftigung in Italien angekurbelt, die Wirtschaft wachse wieder. Vieles müsse noch im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit und unsichere Jobs unternommen werden. Italiens Lage sei jedoch wesentlich solider als zu Beginn seiner Amtszeit als Premier 2014, argumentierte Renzi.

„Wer uns kritisiert, erinnert sich nicht, wo wir vor drei Jahren standen. Natürlich gibt es noch Probleme und Schwierigkeiten. Doch wir haben Italien wieder in Bewegung gebracht, die Lage im Land hat sich wesentlich gebessert“, argumentierte Renzi. Der Ex-Premier tourt per Zug durch Italien. Am Dienstagnachmittag wird Renzi in Bozen erwartet. Hier wird der PD-Vorsitzende den neuen Technologiepark NOI besichtigen.


Kommentieren