Osttirol

Grünes Licht für Bahn-Ausbau im Pustertal

LH-Stellvertreterin Ingrid Felipe: „Die Regierung hat am Dienstag 7,6 Millionen Euro für die Bahnstrecke im Pustertal beschlossen.“
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Die Landesregierung beschloss am Dienstag 7,6 Mio. Euro für Erneuerungen der Bahnstrecke. Heinfels bekommt eine Station.

Von Catharina Oblasser

Lienz, Innsbruck –Dem Bezirk Lienz steht eine Großoffensive im öffentlichen Nahverkehr bevor. Neben dem Umbau des Lienzer Bahnhofs, der zu einem großen Mobilitätszentrum wird, sollen auch die Bahnhöfe entlang der Pustertalstrecke, also zwischen der Grenze zu Südtirol bei Sillian und der Kärntner Landesgrenze nahe Nikolsdorf, erneuert werden. Beim Mobilitätszentrum (Gesamtkosten rund 30 Millionen Euro) ist das Land mit acht Millionen dabei. Für die neuen Bahnhöfe im Pustertal werden weitere 7,6 Millionen fließen, erklärt LHStv. Ingrid Felipe (Grüne), die auch Verkehrslandesrätin ist.

„Wir haben diese Summe in der Regierungssitzung am Dienstag beschlossen“, so Felipe im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung. Dass auch der Landtag zustimmt, ist zu erwarten. Die insgesamt 15,6 Millionen, die in den Bahnverkehr von Osttirol fließen, sollen über fünf Jahre ausgeschüttet werden. Besonderes Augenmerk wird auf Barrierefreiheit der neun Bahnhöfe bzw. Haltestellen gelegt, auch in die Sicherheit soll investiert werden. Auch die ÖBB zahlt bei den Adaptierungen mit.

Eine gänzlich neue Haltestelle entsteht in Heinfels-Panzendorf. Dort gibt es bisher nicht die Möglichkeit, in den Zug ein- oder auszusteigen. 1,3 Millionen Euro werden Land und ÖBB dafür ausgeben. Damit wird das Heinfelser Gewerbegebiet erschlossen, das mit den Firmen Loacker oder der Hotex-Großwäscherei immerhin 450 Menschen Arbeit bietet. Der Bahnhof Sillian wird um mehr als sechs Millionen Euro umgebaut. Weiters im Programm finden sich die Bahnhöfe und Haltestellen Weitlanbrunn, Tassenbach, Abfaltersbach, Mittewald, Thal, Dölsach und Nikolsdorf. So soll Weitlanbrunn zum gleichnamigen Hotel hin verlegt werden, um die Bahn besser an touristische Infrastrukturen anzubinden. Seit Februar 2016 ist die Haltestelle wegen mangelnder Frequenz nicht mehr in Betrieb.

Der Bahnhof Sillian spielt übrigens in der Planung für die Skischaukel Sillian-Sexten eine wichtige Rolle. Die Talabfahrt soll nämlich zwei Endpunkte haben: einerseits den jetzigen Parkplatz des Hotels Dolomitenresidenz, der sich genau gegenüber der Talstation der Thurntaler-Bergbahn befindet. Eine Überführung über die B100 ist geplant und Skischaukeln damit möglich. Der zweite Endpunkt der Talabfahrt befindet sich laut derzeitigen Plänen beim Bahnhof Sillian. Das würde eine Ski-Bahn-Lösung wie etwa im Südtiroler Vierschach ermöglichen. Das sich die Skischaukel noch im Planungsstadium befindet, will Felipe sich nicht konkret dazu äußern. „Aber grundsätzlich ist es gut, Öffis als Zubringer zu touristischen Angeboten zu nutzen.“

Handlungsbedarf sieht Felipe beim Lienzer Regiobus, der wegen mangelnder Fahrgäste spöttisch als „Geisterbus“ bezeichnet wird. „Es wird schon mit dem heurigen Fahrplanwechsel im Dezember Änderungen geben“, sagt die LH-Stellvertreterin.

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Catharina Oblasser

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