Spannende Fahrt im stromenden Fünfer

Mit dem BMW 530e iPerformance schließen die Bayern die letzte Lücke in ihrem Hybrid-Programm.

© Letzner

Innsbruck – 100.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride. Das war das ehrgeizige Ziel der Bayern Anfang des Jahres. Um dieses Ziel zu erreichen, schloss man im Frühjahr mit dem 530e iPerformance eine wichtige Lücke im E-Programm von BMW. Ob man die 100.000er-Marke tatsächlich knacken kann, bleibt abzuwarten, doch immerhin belief sich der Absatz Ende Oktober auf 78.096 Fahrzeuge (ein Plus von 63,7 %). Angesichts dieses Trends mussten wir dem stromenden Fünfer natürlich etwas genauer unter die Haube schauen und haben ihn zum Test geladen.

Unser Testwagen fährt – wie könnte es anders sein – im bluestonefarbenen Maßanzug vor. Wäre da nicht ein zusätzlicher „Tankdeckel“ und das „i“-Logo hinter dem linken vorderen Radkasten, man würde keinen Unterschied zum normalen 5er finden. Als wir uns in den Fahrersitz sinken lassen, fühlen wir uns fast wie im heimischen Wohnzimmer: Rotbraune Komfortsitze inklusive aktiver Sitzbelüftung, Zierblenden in Klavierlack, das Navigationssystem Professional inklusive Gestensteuerung sind nur einige Highlights, über die unser Testwagen verfügte.

Am meisten interessierte uns allerdings der Antrieb, dem wir uns umgehend widmeten. Nach dem Druck auf den Knopf beginnen allerhand Lämpchen zu leuchten, doch man vernimmt kein Geräusch. Auch wenn wir das inzwischen kennen, bei einem Auto wie dem 5er sind wir davon nach wie vor beeindruckt. Völlig geräuschlos klettern wir die Auffahrt unserer Garage empor und begeben uns ins Gewusel des Stadtverkehrs. Zu Beginn bescheinigt uns der Bordcomputer eine elektrische Reichweite von 48 Kilometern, und als wir nach der ersten kurzen Ausfahrt zu Hause ankamen (etwas mehr als 20 Kilometer), waren noch 20 Kilometer Restreichweite übrig. Das Tolle: Im Gegensatz zu anderen Hybriden, bei denen man den rechten Fuß mit Bedacht einsetzen muss, um den Verbrenner nicht zu wecken, fährt der 530e bis Tempo 140 rein elektrisch. In einem IG-L-Land reicht das vollkommen, und wer in einem Umkreis von 30 Kilometern zur Arbeit wohnt und überall eine Steckdose zur Verfügung hat (die Ladezeit mittels Haushaltssteckdose beträgt etwas mehr als 5 Stunden), der sollte relativ sparsam pendeln können (Normverbrauch von 13,1 kWh/100 Kilometer). Apropos Verbrenner: Kombiniert wird der 83 KW (113 PS) starke Elektromotor mit dem 184 PS starken Zweiliter-Benziner, den wir aus dem BMW 330e kennen. Zusammen bringt es das Duo also auf 252 PS und ein kombiniertes Drehmoment von 420 Newtonmetern. 6,2 Sekunden und eine maximal Geschwindigkeit von 235 km/h – so lauten die stammtischrelevanten Eckdaten des stromenden 5ers.

Und wie sieht es mit dem Verbrauch aus? Die 1,9 Liter erreichten wir freilich bei Weitem nicht, doch ein Schnitt von 5,4 Litern ist in Anbetracht der 1,8 Tonnen Gewicht ein respektabler Wert. Der Preis unseres Testwagens war aber ebenso ordentlich: 87.448 wären dafür fällig geworden. Die Basis beginnt bei 57.400 Euro. (luc)

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