Uffizien-Direktor will mehrere Säle umgestalten: Fokus auf Caravaggio

Florenz (APA) - In den eineinhalb Jahren bis zum seinem Wechsel ins Kunsthistorische Museum in Wien (KHM) will Uffizien-Direktor Eike Schmid...

Florenz (APA) - In den eineinhalb Jahren bis zum seinem Wechsel ins Kunsthistorische Museum in Wien (KHM) will Uffizien-Direktor Eike Schmidt mehrere Säle des Florentiner Museums umgestalten und sie besucherfreundlicher machen. Zugleich will er die Forschungstätigkeit besonders fördern und das administrative System der Uffizien vereinfachen, berichtete der gebürtige Freiburger laut Medienangaben.

Schmidt will sich ganz den Caravaggio-Gemälden widmen. Die neuen Sälen mit Werken des Barockgenies und anderer Maler seiner Schule sollen so umgestaltet werden wie jene, die 2016 mit den Meisterwerken des Renaissancemeisters Sandro Botticelli (1445-1510) wiedereröffnet wurden. Mit einer neuen, natürlichen Beleuchtung und einer besseren Verteilung der Gemälde kommen die Botticelli-Meisterwerke „Der Frühling“ und „Die Geburt der Venus“ noch kräftiger zur Geltung. Die Caravaggio-Werke sollen so präsentiert werden, dass sie auch bei großem Besucherandrang gut zu sehen sind.

Der Uffizien-Direktor plant danach auch Umgestaltungen der Säle mit Werken von Leonardo da Vinci, Raffael und Michelangelo. Eine nächste Etappe sei dann die Modernisierung der Säle mit Werken aus dem 16. Jahrhundert und der Selbstporträts, kündigte Schmidt an.

Die Restaurierung eines 750 Meter langen Geheimgangs quer durch die Gebäude von Florenz aus dem 16. Jahrhundert schreitet voran. Der Gang soll Besuchern in eine einzige Richtung zugänglich sein. Bei dem „Corridoio vasariano“, wie ihn die Florentiner nennen, handelt sich um ein einzigartiges Bauwerk, mit dessen Hilfe die mächtige Medici-Familie in der Innenstadt ungesehen spionieren konnte. Mit der Anlage war der Architekt und Künstlerbiograf Giorgio Vasari im Jahre 1565 von Herzog Cosimo I. dei Medici beauftragt worden.

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Der Geheimgang, der unter den Dächern der Stadt vom Palazzo Vecchio zum Palazzo Pitti verläuft und auch über den Ponte Vecchio führt, wird seit Dezember 2016 restauriert. Eine Attraktion sind die 800 Gemälde, die längs des stellenweise nur einen Meter breiten Korridors an den Wänden hängen. Mit einem halbstündigen Fußmarsch müssen Interessenten rechnen, um das Bauwerk zu durchqueren.


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