Gutscheine für Bettler sind beschlossen

Spätestens im Advent sollen Bürger Ein-Euro-Gutscheine als Gabe für Bettler kaufen können. Eingelöst werden sie nur im Sozialladen Lienz.

(Symbolbild)
© Hammerle

Von Catharina Oblasser

Lienz –Ohne jegliche Diskussion beschloss der Lienzer Gemeinderat am Dienstagabend einstimmig ein in Tirol wohl einzigartiges Projekt. Und das, obwohl es bei diesem Projekt um Bettler geht, also um ein Thema, das regelmäßig die Gemüter erhitzt. Konkret werden in der Liebburg Gutscheine in Zehnerblocks aufgelegt, die jeder kaufen und an Bettelnde oder andere Hilfsbedürftige verteilen kann. Ein Gutschein hat den Gegenwert von einem Euro. Der Zehnerblock kostet sieben Euro. Einlösen kann man den Gutschein ausschließlich im Sozialladen Lienz (SoLaLi).

Weitere Details schildert Karl Zabernig (SPÖ), Obmann des Lienzer Sozialausschusses und des SoLaLi. „Der Gutschein-Empfänger findet darauf Informationen auf Deutsch und Englisch und eine Wegbeschreibung zum SoLaLi.“ Warum Englisch und nicht Rumänisch oder Bulgarisch? „Wir wollen den Gutschein nicht mit Sprachen überladen“, sagt Zabernig. „Und bei Englisch ist die Chance am größten, dass es verstanden wird.“ Im SoLaLi gibt es nur Waren des Grundbedarfs, aber keinen Alkohol und keine Zigaretten. So könne man einen Missbrauch der Spenden ausschließen. Bei Bargeld wäre das nicht der Fall, begründet der Sozialausschuss-Obmann. Spätestens in der Adventzeit sollen die Gutscheinblöcke erhältlich sein. Die Aktion läuft vorerst für ein Jahr.

Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (SPÖ) ist zufrieden. „So wird jeder wie immer gearteten Geschäftemacherei der Hahn abgedreht“, meint sie und dürfte damit wohl auf die viel zitierten „Bettlerbanden“ anspielen, die Arme zum Betteln um Geld anstellen würden, um den Gewinn selbst einzustreifen.

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