Oetz rittert ums goldene Paddel
Die Oetzer Extrem-Kajak-WM wurde für die World Paddle Awards nominiert. Der Bewerb feierte heuer sein Zehnjähriges.
Von Matthias Reichle
Oetz – Es ist so etwas wie der „Oscar des Kanusports“. Für Olaf Obsommers ist deshalb schon die Nominierung ein Anlass zur Freude. Der deutsche Extremkajaker war einer der Initiatoren der „Adidas Sickline“, die alle Jahre in Oetz ausgetragen wird. Die Weltmeisterschaft der Extremkajaker hat sich inzwischen zu einer Großveranstaltung entwickelt, die heuer erneut bei den World Paddle Awards um eines der begehrten goldenen Paddel mitkämpft. Damit werden nicht nur Einzelsportler ausgezeichnet, sondern auch Veranstaltungen.
Heuer fand die Extrem-Kajak-WM bereits zum zehnten Mal statt und ist in der Sportwelt damit längst zu einem Fixstern geworden. Mit dieser Geschichte im Hintergrund hat Obsommers ein „gutes Gefühl“, dass es diesmal klappt.
Der Vorläufer des Bewerbs war 2006 als eine Art Protestaktion geplant, erinnert er sich. Die Idee sei gewesen, auf die Kraftwerkspläne am letzten unverbauten Gletscherfluss aufmerksam zu machen. Schon 2007 entwickelte sich daraus die Kajak-WM, diesmal ohne Protest, dafür stiegen die Teilnehmerzahlen Jahr für Jahr. Ausgerechnet 2007 musste der Bewerb aufgrund des hohen Wasserstandes abgesagt werden. 2008 war dann die Premiere. Der Austragungsort, die Wellerbrücke an der Ötztaler Ache, ist unter Kajakern so etwas wie die Eiger-Nordwand. Die 200 Meter lange Strecke hat ein Gefälle von zehn Prozent und galt bis Mitte der 70er-Jahre als unbefahrbar. Heuer nahmen beim Rennen 175 der weltbesten Kajaker aus 33 Ländern teil.
„Der Bewerb ist in der Kajakszene inzwischen besser bekannt als in Tirol selbst“, erklärt auch Christoph Rauch von Ötztal Tourismus, der seit Beginn Sponsor sind.
Längst ist die „Adidas Sickline“ damit auch ein wirtschaftlicher Faktor mit 2500 bis 3000 Nächtigungen in der Nachsaison und einem unverzichtbaren Werbeeffekt. Laut Veranstalter gab es bisher 10.000 Stunden TV-Berichterstattung in 190 Ländern mit einem Mediawert von 300 Millionen Euro.
Für Rauch ist es „eine Ehre“, beim World Paddle Award nominiert zu sein. „Es ist die einzige Kajakauszeichnung weltweit“, betont er. Der Sieger wird in einer Kombination aus Publikumswertung und Juryentscheidung gekürt, wobei Unterstützer noch bis morgen unter www.worldpaddleawards.com/nominees mitwählen können. „Jeder ist willkommen mitzustimmen“, so Rauch. „Es steckt viel Herzblut im Bewerb.“