Familie Schultz mischt den TVB Osttirol auf

Liftunternehmer Heinz Schultz tritt mit Schwester und Sohn bei den TVB-Wahlen am 18. Dezember in Lienz an. Er will mit dem Team Osttirol kooperieren, um den Tourismus im Bezirk zu verändern.

© Fankhauser

Von Catharina Oblasser

Lienz, Kaltenbach –Die Front gegen Franz Theurl und seine Mitstreiter steht, wenn die mehr als 4000 Mitglieder des Tourismusverbandes Osttirol am 18. Dezember zu den Neuwahlen schreiten. Der Zillertaler Unternehmer Heinz Schultz, der in Osttirol drei Skigebiete und dazugehörige Hotels besitzt, tritt bei den Neuwahlen im Tourismusverband Osttirol mit eigener Liste an. Damit fordert er den amtierenden TVB-Obmann Theurl heraus.

Schultz kandidiert nur in der größten und wichtigsten Stimmgruppe, der Gruppe eins, in der sich die 33 umsatzstärksten Unternehmen des Bezirks finden. Der Unternehmer selbst ist auf Platz eins gereiht. Hinter ihm befindet sich Peter Wibmer, Geschäftsführer der Hotels von Werner Hamacher. Der Deutsche nennt in Lavant den größten Golfplatz Tirols sein Eigen, Hotels hat er in Lavant und im Defereggental. Auf den Plätzen drei und vier wird es wieder familiä­r: Dort ist Heinz’ Schwester Martha Schultz gereiht, ihres Zeichens Vizepräsidentin der österreichischen Wirtschaftskammer. Sie führt gemeinsam mit ihrem Bruder und dessen Sohn Maximilian das Familienunternehmen. Maximilian Schultz hat Platz vier auf der Kandidatenliste inne.

Vorgesehen ist eine Kooperation mit dem Team Osttirol von Martin Gratz. „Wir streben beide eine Veränderung und Erneuerung im Osttiroler Tourismus an“, sagt Heinz Schultz im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung. „Bei diesen Wahlen gibt es eine reelle Chance darauf.“ Schultz appelliert an alle Wahlberechtigten des TVB, von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen.

Stichwort Kooperation: Bei der Neuwahl sollen sich die Schultz-Liste und die Kandidaten des Team Osttirol ergänzen. Während Schultz die Wähler der Stimmgruppe eins ansprechen will, werben Gratz und sein Team um Stimmen der Gruppen zwei und drei. So könnte sich am 18. Dezember eine gemeinsame Mehrheit im neuen TVB-Aufsichtsrat ausgehen.

Heinz Schultz selbst hat keine Ambitionen auf den Obmann-Sessel. „Der Obmann soll ein Osttiroler sein, sonst hat das keinen Sinn.“ In diesem Fall wäre es also Martin Gratz, der Franz Theurl ablöst.

Theurl, Schultz und das Team Osttirol sind nicht die Einzigen, die sich Hoffnungen auf Sitze im TVB-Aufsichtsrat machen. Auch Hermann Unterdünhofen, Geschäftsführer des Golfplatzes in Lavant, und der Lienzer Hotelier Josef „Pepo“ Winkler haben eine eigene Liste angekündigt – und zwar in den Stimmgruppen zwei und drei. Das macht insgesamt vier Listen, also doppelt so viele wie bei den TVB-Wahlen 2012. Es bleibt weiterhin spannend.

Vier Listen treten bei der TVB-Wahl an

Stimmgruppen. Neuwahlen in Tiroler Tourismusverbänden funktionieren nach dem Klassenprinzip: TVB-Mitglieder sind je nach Umsatz in drei Stimmgruppen geteilt, Gruppe eins ist die (einfluss-)reichste.

Ablauf. Gruppierungen können ihre Wahlvorschläge für nur eine, für zwei oder für alle drei Stimmgruppen abgeben. Aus den Vorschlägen werden zwölf Aufsichtsräte gewählt. Diese bestimmen aus ihrer Mitte den Obmann bzw. die Obfrau und zwei Stellvertreter. Dafür rutschen die Nächstgereihten der jeweiligen Liste in den Aufsichtsrat nach.

Liste Schultz. Sie tritt nur in Stimmgruppe 1 an. Die Reihung: Heinz Schultz, Peter Wibmer, Martha Schultz, Maximilian Schultz.

Team Osttirol. Es tritt nur in den Gruppen 2 und 3 an. Die Reihung in Gruppe 2: Max Passler, Wolfgang Steiner, Michael Wildauer, Reinhard Bergmann. Gruppe 3: Martin Gratz, Margit Aigner, Thomas Glanzer, Monika Kleinlercher.

Liste Theurl. Der amtierende Obmann und Mehrheitshalter im Aufsichtsrat tritt mit seiner Liste in allen Stimmgruppen an. Die Namen wollte Franz Theurl gestern bis Redaktionsschluss nicht preisgeben. Dem Vernehmen nach sollen folgende darunter sein: Gruppe 1: Franz Theurl, Andreas Köll, Birgit Jesacher. Gruppe 2: Thomas Winkler, Karl Poppeller, Anna Vergeiner. Gruppe 3: Werner Frömel, Ernst Moser, Franz Schneider.

Unterdünhofen-Winkler. Zu Redaktionsschluss wurde noch an der Listenerstellung gearbeitet. Es kandidieren Hermann Unterdünhofen und Josef Winkler, die Gruppierung trägt den Namen „Neue Liste Osttirol".


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