Ein Sieg, der Hauser für viel entlohnte

Den Saisonauftakt im Biathlon-Weltcup entschieden Lisa Hauser/Simon Eder für sich. Österreichs Sieg in der Single-Mixed-Staffel von Östersund (SWE) – eine Entschädigung.

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So sehen Sieger aus: Österreichs erfolgreiches Biathlon-Duo Simon Eder und Lisa Hauser.
© APA/AFP

Von Florian Madl

Innsbruck — Vom Start weg hatte Lisa Theresa Hauser gestern das Zepter in die Hand genommen. Und auch wenn die Dame aus Reith bei Kitzbühel, die mit ihrem Salzburger Staffel-Kollegen Simon Eder gestern den Saison-Auftakt im Single-Mixed-Bewerb gewann, keine Unsicherheit verspürt haben will, so resümierte sie im Anschluss glücklich: „Wie schön es ist, so einen Sieg zu feiern, weiß man erst im Anschluss."

Hauser, die bei 20 Schüssen nur zweimal nachladen musste, und der fehlerfreie Eder setzten sich nach viermal 1,5 (Hauser) bzw. fünfmal 1,5 Kilometern (Eder) in 36:17,0 Minuten um 16,5 Sekunden vor den Deutschen Vanessa Hinz und Erik Lesser durch. Kasachstan (+ 32,7 Sek.) landete vor Frankreich mit Seriensieger Martin Fourcade und Marie Dorin Habert (33,7) an dritter Stelle.

Eder zog es gnadenlos durch

Auf ihren Staffel-Partner Eder konnte sich Hauser ohnehin verlassen. Der routinierte Schnellschütze mit dem von einer Comicfigur geborgten Spitznamen „Lucky Luke" ließ sich nicht mehr die Butter vom Brot nehmen, die 23-Jährige hätte daran auch nicht gezweifelt: „Dem letzten Schießen von Simon habe ich relativ entspannt entgegengesehen. Er hat das gnadenlos durchgezogen."

Und Simon Eder selbst, obwohl ein hochdekorierter Loipenjäger, wollte dem Erfolg im Duett keinen geringen Stellenwert beimessen: „Es hat sich schon jetzt ausgezahlt, wieder ein Jahr zu schuften. Ich habe gewusst, dass es eine der härtesten Single-Mixed-Bewerbe ist, weil du hier die Belastung vom letzten Anstieg immer bis zum Schießstand mitschleppst."

Es war bei Hauser tatsächlich nicht die Vorbereitung, die man sich für eine Olympia-Saison wünschen würde. Organisatorisch war die 23-Jährige auf eigenen Wunsch auf sich gestellt, ihre Trainingsgruppe „Biathlon-Schmiede" feilt in der Vorbereitung außerhalb des Österreichischen Skiverbands an der Form. Doch die Weltcup-15. des Vorjahrs vertraut auf Sandra Flunger, ihre Salzburger Trainerin, zu deren Gruppe eben auch Flunger-Cousin Simon Eder gehört.

Private Schicksalsschläge trugen zudem nicht zur nötigen Ruhe in der Vorbereitung bei: Hausers Bruder und Mutter erlitten im Sommer schwere Kopfverletzungen, die Genesung schreitet voran. „Ihnen geht es den Umständen entsprechend gut", erzählte die Tirolerin gestern. Keine Rede von diesen aufreibenden Wochen, die sollten keine Ausrede darstellen.

Sieben Wochen "Einbuße"

„In dieser Zeit ging es um alles, nur nicht ums Training", blickt Trainerin Flunger zurück, die von „sieben Wochen Einbuße" sprach.

Umso erfreulicher also, dass ausgerechnet beim Saison-Eröffnungsbewerb Hausers bereits vierter Stockerlplatz in der Single-Mixed-Staffel herausschaute. Schon in der Vorsaison bejubelte Hauser in Kontiolahti (FIN) einen Sieg in der noch jungen Disziplin des Biathlonsports. Schade, dass diese nicht olympisch ist — eine Standortbestimmung bleibt das Resultat allemal ...


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