Eschen-Allee bei Schloss Tratzberg leidet an Pilzbefall

Für viele ist die Eschen-Allee bei Schloss Tratzberg ein Stück Tradition. Doch ein Pilzbefall tötet die Bäume ab. Sie müssen nun gefällt werden.

  • Artikel
  • Diskussion
© Fankhauser

Von Eva-Maria Fankhauser

Stans –Es tut ihm im Herzen weh, doch die Lage ist aussichtslos. Am Donnerstag rückt schweres Gerät unterhalb von Schloss Tratzberg an. „Der Großteil der Eschen ist schon total kaputt“, sagt Eigentümer Ulrich Goess-Enzenberg. Die Bäume müssen gefällt werden.

Eschen in ganz Österreich sind betroffen. „Das ist ein großes Problem. Es handelt sich um eine Pilzerkrankung. Dieser Pilz verstopft die Wasserleitungsbahnen der Bäume“, sagt Michael Moling, Leiter der Bezirksforstinspektion. Als Erstes mache sich das Eschensterben in den Trieben bemerkbar. „In weiterer Folge stirbt dann der ganze Baum ab. Aus Sicherheitsgründen müssen sie daher früh genug gefällt werden“, sagt Moling.

Das hat auch Richard Maunz erkannt. Er ist der Förster von Tratzberg. „Der Befall zeichnet sich in der Krone ab. Heilung gibt es keine“, weiß er. Auch Albert Krieglsteiner von der Schwazer Bezirksinspektion hat sich die Bäume der Tratzberg-Allee angesehen. Man komme nicht um eine Fällung herum. Insgesamt 52 Eschen werden am Donnerstag und Freitag umgeschnitten. Dazu rückt ein Bagger an, der die großen Bäume in sechs bis acht Metern Höhe abzwickt. „Damit wir uns dann mit Fällen leichter tun. Etwa sieben Leute werden im Einsatz sein“, sagt Förster Maunz.

Dazu müsse auch die Straße gesperrt werden. Nur öffentliche Verkehrsmittel können dann auf der Landesstraße zwischen Jenbach und Stans fahren. „Wir hoffen, dass wir an den beiden Tagen fertig werden“, sagt Maunz. Die Straßenmeisterei in Vomp übernimmt die Sperre der Landesstraße. Am Abend solle die Straße wieder für alle Verkehrsteilnehmer geöffnet sein.

"Kaiserschmarrndrama": 50x2 Karten für den Premieretag gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Voraussichtlich können zwei Eschen stehen bleiben. Laut Maunz sei man in ganz Österreich bemüht, Eschen zu erhalten und sie so vor dem Aussterben zu bewahren. Auch Gräfin Katrin Goess-Enzenberg ist sehr bemüht. Sie wolle jeden Baum retten, der noch zu retten sei. „Es ist eine so schöne Allee und nicht nur für die Touristen sehenswert, sondern auch für uns jeden Tag schön anzusehen“, sagt Ulrich Goess-Enzenberg. Er und seine Frau seien todtraurig über die Maßnahme, aber Sicherheit gehe vor. „Es tut uns in unserer Naturschützerseele weh“, sagt er.

Die Allee soll aber wieder nachgepflanzt werden. „Welche Baumart wir dazu nehmen, ist noch ungewiss. Vielleicht Birken oder Ahorn“, sagt Goess-Enzenberg. Laut Maunz sei nicht jeder Baum „straßentauglich“. Es brauche Bäume mit einem hohen Kronenansatz. Auf jeden Fall könne man keine Eschen nachpflanzen.


Kommentieren


Schlagworte