Causa Pflegeheim in NÖ - „Mehrere Wochen“ bis zu Gutachten

St. Pölten (APA) - Nach der Exhumierung von zwei Leichen auf Friedhöfen in NÖ und Wien im Zuge der Ermittlungen zur Causa Pflegeheim in Kirc...

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St. Pölten (APA) - Nach der Exhumierung von zwei Leichen auf Friedhöfen in NÖ und Wien im Zuge der Ermittlungen zur Causa Pflegeheim in Kirchstetten (Bezirk St. Pölten-Land) wartet die Staatsanwaltschaft St. Pölten auf die Gutachten. Bis zum Vorliegen der Expertisen werden laut Leopold Bien, Sprecher der Anklagebehörde, „mehrere Wochen“ vergehen.

Bien bestätigte am Montag, dass eine dritte Exhumierung geplant gewesen wäre, die Leiche jedoch verbrannt worden sei. „Akkurat“, sagte er am Montag auf Anfrage. Hinzugefügt hat der Sprecher, dass er über mögliche weitere Ermittlungsschritte derzeit keine Auskünfte geben wolle. Ermittelt wird in dem Fall nach den Paragrafen 92 (Quälen oder Vernachlässigen unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen), 205 (Sexueller Missbrauch einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person) und 83 (Körperverletzung).

Obduziert wurden Leichen früherer Heimbewohner. Laut „Kronen Zeitung“ vom Sonntag soll es sich um zwei Frauen handeln, die 2015 und 2016 starben. Geklärt werden soll, ob es Hinweise auf Medikation gibt.

Die Erhebungen richten sich gegen fünf ehemalige Pflegekräfte des Heims. Die Causa war im Oktober 2016 angezeigt worden, die Verdächtigen leugneten die Vorwürfe. Ende September dieses Jahres wurde bekannt, dass zwei von ihnen in der Folge in einer Einrichtung in Wien gearbeitet haben. Die beiden wurden festgenommen und einen Tag später enthaftet - gegen das Gelöbnis, bis zum Ende des Verfahrens nicht mehr im Pflegebereich tätig zu sein. Diskutiert wurde über die rechtlichen Möglichkeiten eines vorläufigen Berufsverbots.

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Seit diesem Monat liegt außerdem ein von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenes medizinisches Gutachten vor. Dieses sollte die Fragen klären, ob es körperliche Folgen von Übergriffen auf Patienten gab und ob die Pfleger eigenmächtig nicht verschriebene Medikamente verabreicht haben. Beides konnte der Sachverständige „nicht objektivieren“, hieß es von der Staatsanwaltschaft.


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