Tiefflug des Schweizer Backwarenherstellers Aryzta hält an

Bern (APA/sda) - Der kriselnde Schweizer Backwarenhersteller Aryzta hat im ersten Quartal 2017/18 weiter Umsatz verloren. Hauptverantwortlic...

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Bern (APA/sda) - Der kriselnde Schweizer Backwarenhersteller Aryzta hat im ersten Quartal 2017/18 weiter Umsatz verloren. Hauptverantwortlich dafür waren anhaltende Probleme in der US-Bäckerei. Insgesamt schrumpfte der Umsatz zwischen August und Oktober um 5,5 Prozent auf 909,7 Mio. Euro gegenüber der Vorjahresperiode, wie Aryzta am Montag mitteilte. Auch das organische Wachstum war mit 2,6 Prozent negativ.

Noch nicht aus der Krise gefunden hatte das Nordamerika-Geschäft, wo der Umsatz 7 Prozent auf 409,5 Millionen Euro nachgab. Einziger Grund dafür sei die 2014 übernommene US-Großbäckerei Cloverhill, heißt es. Deren Umsatzverluste seien durch strategische Fehlschritte, hohe Personalfluktuation und hohe Kosten für Neueinstellungen entstanden.

In Europa sanken die Verkäufe um 0,3 Prozent auf 435,2 Millionen Euro. Laut Aryzta konnte ein breites Wachstum den Rückgang in der Schweiz wettmachen. Dort war ein Auftrag von Coop weggefallen. In Europa liefen derzeit Preisverhandlungen mit den Kunden, wegen der steigenden Butterpreise sowie des Brexit.

Zulegen konnte Aryzta im restlichen Teil der Welt. Der Umsatz erhöhte sich um 2,5 Prozent auf 65 Mio. Euro.

„Die Herausforderungen im Geschäft sind noch immer die gleichen, wie sie im September kommuniziert wurden“, lässt sich der neue Unternehmenschef Kevin Toland in der Mitteilung zitieren. Es bleibe zudem schwierig, die Situation in der US-Bäckerei Cloverhill zu verbessern.

Für das Gesamtjahr rechnet Aryzta angesichts der internen und externen Probleme weiterhin mit einem Betriebsgewinn (EBITDA) von bestenfalls in der Höhe des Vorjahres.

Unterm Strich resultierte im letzten Geschäftsjahr ein Reinverlust von 907,8 Millionen Franken (779,23 Mio. Euro). Wegen der miserablen Geschäftszahlen musste der ehemalige Unternehmenschef Owen Killian den Konzern Ende März verlassen. Toland ist erst seit September im Amt. Zwischenzeitlich führten Führungskräfte der Beratungsfirmen KPMG und FTI Consulting das Unternehmen.

Anfang November erlitt Aryzta einen Rückschlag, weil der nominierte Verwaltungsrat Jürgen Steinemann, ehemaliger Konzernchef von Schokoladenhersteller Barry Callebaut, sich zurückgezogen hatte.

Aryzta war im Jahr 2008 aus der Fusion des Aargauer Backwarenproduzenten Hiestand mit der irischen Konkurrentin IAWS entstanden.


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