Experte: Minister-Rücktritt in Pakistan Gefahr für Andersgläubige

Islamabad (APA/dpa) - Nach dem Rücktritt des Justizministers in Pakistan befürchtet die deutsche Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) wei...

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Islamabad (APA/dpa) - Nach dem Rücktritt des Justizministers in Pakistan befürchtet die deutsche Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) weitere Einschränkungen der Religionsfreiheit in dem muslimischen Land.

„Wenn schon der Justizminister vor willkürlichen Blasphemie-Vorwürfen nicht sicher ist, dann müssen sich Andersgläubige noch viel mehr um ihre Glaubensfreiheit und Sicherheit sorgen“, sagte GfbV-Direktor Ulrich Delius laut Mitteilung am Montag in Göttingen.

Eine wochenlange Blockade in der Hauptstadt Islamabad durch Tausende islamistische Demonstranten hatte am Montagmorgen mit dem Rücktritt des Ministers geendet. Delius bezeichnete den Rücktritt als „schwarzen Tag für Pakistans religiöse Minderheiten“.

Die Demonstranten warfen dem Minister Gotteslästerung vor: Er hatte den Text des Eides, den Parlamentarier ablegen müssen, ihrer Meinung nach im Interesse der religiösen Minderheit der Ahmadis (Ahmadiyyah) abgeändert, die von ihnen nicht als Muslime anerkannt werden. Der Rücktritt zeige die Macht des Militärs, dass sich geweigert habe, gegen religiöse Extremisten vorzugehen, so die Göttinger Menschenrechtsorganisation. Es werde deutlich, wie groß die Staatskrise sei und wie wenig das Militär die zivile Regierung im Streit mit religiösen Extremisten unterstütze.

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