ÖVP/FPÖ planen Noten für Schule und Bildungspflicht

Schwarz-Blau wollen bei ihren Koalitionsverhandlungen heute einen Abschluss beim Bildungskapitel verkünden.

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Von Michael Sprenger

Wien –Die Koalitionsverhandler im Bildungsbereich wollen in der Volksschule eine Rückkehr zum alten fünfstufigen Notensystem (von „Sehr gut“ bis „Nicht genügend). Dieser geplante Rückschritt würde also die Abkehr von der Verbalbeurteilung bedeuten.

Heute Nachmittag sollen nach einer Sitzung der schwarz-blauen Steuerungsgruppe weitere Vorhaben präsentiert werden. Man rechne mit einem Abschluss des Bildungskapitels, hieß es von FPÖ- und ÖVP-Seite.

Nach Informationen aus den Verhandlergruppen will man neben den Volksschülern auch die Schulen künftig mit einem Notensystem beurteilen, um so einen vergleichbaren Leistungsnachweis der Schulen sichtbar zu machen. „Details will man aber noch heute verhandeln“, hieß es am Montag.

„Oberste Priorität“ der geplanten schwarz-blauen Bildungsreform soll der Bereich „Lesen und Schreiben“ im Volksschulalter haben. Zudem soll der ÖVP-Plan einer „Bildungspflicht“ im gemeinsamen Koalitionspakt festgeschrieben werden. Und was ist damit gemeint?

„Wir wollen für ‚Lesen, Schrei­ben und Rechnen‘ definieren, welche Grundfertigkeiten ein Schüler nach der Pflichtschule beherrschen muss. Erfüllt er diese Grundfähigkeiten nicht, muss der Schüler oder die Schülerin nach Beendigung der Schulpflicht in jenen Bereichen, wo er/sie noch Defizite aufweist, Kurse besuchen. Auch dann, wenn der betroffene Schüler aus der Schule ausscheidet“, teilte ein Mitglied des Verhandlerteams der Tiroler Tageszeitung mit.

Einigkeit herrscht zwischen FPÖ und ÖVP zudem beim Ausbau der Ganztagsschule. Allerdings ist nicht klar, was Schwarz-Blau unter Ganztagsschule versteht. Bislang meinte man dort zumeist Halbtagsschule mit Nachmittagsbetreuung. Offen bleibt, ob weitere Reformschritte von Rot-Schwarz zurückgenommen werden. Vor allem die FPÖ und Teile der ÖVP haben sich zuletzt gegen Modellregionen für eine gemeinsame Schule bis zum 14. Lebensjahr ausgesprochen.

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) hat die Verhandler von FPÖ und ÖVP vor einem „Reform-Rückwärtsgang“ gewarnt.


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