Caritas hält in Graz warme Schlafplätze für Obdachlose bereit

Graz (APA) - Die steirische Caritas hält zusätzlich zu ihrem sonstigen Einrichtungen für Obdachlose 36 Schlafplätze in Containern in der Arc...

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Graz (APA) - Die steirische Caritas hält zusätzlich zu ihrem sonstigen Einrichtungen für Obdachlose 36 Schlafplätze in Containern in der Arche 38 am Grazer Eggenberger Gürtel bereit. Diese Winter-Notschlafstelle ist ein Provisorium, da die Einrichtung in der Keplerstraße anderweitig verwendet wurde. Auch wird ein „Kältetelefon“ eingerichtet, über das gemeldet werden kann, wenn ein Mensch im Freien nächtigt.

Die provisorische Winter-Notschlafstelle in sechs Containern für je sechs Menschen ist bis zum 15. April im Hof der Arche 38 untergebracht. Menschen ohne Quartier erhalten hier kostenlos Tee und ein Abendessen, dazu können die sanitären Einrichtungen der Arche mit genutzt werden, sagte Michael Lindner, Leiter der Abteilung Basisversorgung der Caritas am Montag in einem Pressegespräch. Außerdem ist es möglich, im nahen Marienstüberl in der Keplerstraße ein einfaches Frühstück zu bekommen und den dortigen Mittagstisch zu besuchen.

Im vergangenen Winter wurde die Einrichtung von 324 Personen aus 38 Nationen genutzt, darunter 60 Frauen und 30 Kinder. Der Altersschnitt der Benützer lag zwischen 20 und 35 Jahren. Das Alter der Kinder in der Notschlafstelle variierte stark, von sechs Monaten bis 14 Jahre. Der Schwerpunkt der Herkunft lag bei Osteuropa, 45 Prozent kamen aus Rumänien, 21 Prozent aus anderen EU-Staaten, 13 Prozent waren Österreicher. Laut Soziallandesrätin Doris Kampus (SPÖ) gibt es in der Steiermark ein Gesamtangebot von rund tausend Schlafplätzen für Menschen ohne Dach über dem Kopf, davon rund 90 Prozent in Graz, wie Sozialstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) ergänzte.

Caritas-Direktor Herbert Beiglböck kündigte an, dass es ab Herbst 2018 eine fixe Notschlafstelle in der Pfarre St. Lukas, ebenfalls am Eggenberger Gürtel, geben soll. Dort soll ein bestehendes Gebäude adaptiert werden. Stadtrat Hohensinner sagte, dass es dazu noch eine Bürgerversammlung geben werde. Im obersteirischen Leoben hat heuer ebenfalls eine kleine Einrichtung für den Winter aufgemacht, in der Pfarre Lerchenfeld. Diese bietet bis zu 15 Schlafplätze. „Niemand soll ohne Dach sein, vor allem im Winter nicht, niemand soll Hunger haben“, sagte Beiglböck.

Gesucht werden auch noch freiwillige Mitarbeiter, die das für die Abendstunden zwischen 19.00 Uhr und Mitternacht eingerichtete „Kältetelefon“ (0676 88015 111) besetzen. Freiwillige würden weiters für die Ausfahrten zu den Obdachlosen benötigt, um ihnen einen Schlafplatz anzubieten. Eine entsprechende Schulung davor übernimmt die Caritas, die bei Interesse um einen Anruf unter 0316 8015 230 bittet. Beiglböck meinte, das wäre auch eine Möglichkeit für Studierende, die Gutes tun möchten.

Man wisse aber auch, sagte Lindner, dass es Obdachlose gebe, die nicht zu einem Übersiedeln in eine Einrichtung zu bewegen seien. Diese erhielten als Not-Paket einen Schlafsack, eine Decke, Jacke und warmen Tee. Stadtrat Hohensinner sagte, die Stadt habe dafür über das Sozialamt 100 Schlafsäcke und 50 Isomatten bereitgestellt.


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