Taiwanesischem Aktivisten droht in China Haftstrafe

Peking (APA/dpa) - Im ersten Prozess gegen einen taiwanesischen Menschenrechtsaktivisten in China droht dem Hochschullehrer Lee Ming-che ein...

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Peking (APA/dpa) - Im ersten Prozess gegen einen taiwanesischen Menschenrechtsaktivisten in China droht dem Hochschullehrer Lee Ming-che eine Haftstrafe. Der Fall des 42-Jährigen, dem „Untergrabung der Staatsgewalt“ vorgeworfen wird, hat in der demokratischen Inselrepublik und international Wellen geschlagen.

Seine Frau Lee Ching-yu flog am Montag in Begleitung von Freunden und Regierungsvertretern von Taipeh nach Yueyang in der Provinz Hunan, wo ein Volksgericht am Dienstag das Urteil sprechen wird. Ihr Mann hatte sich schuldig bekannt, doch sahen Menschenrechtsorganisationen ein erzwungenes Geständnis und sprachen von einem Schauprozess.

Die Strafverfolgung von Lee Ming-che, der im März bei der Einreise nach China festgenommen worden war, belastet das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Peking und Taipeh. Viele Taiwanesen fürchten seither um ihre Sicherheit, wenn sie nach China reisen. Rund sechs Millionen besuchen jährlich die Volksrepublik. Die kommunistische Führung in Peking betrachtet Taiwan nur als abtrünnige Provinz.

Internationale Menschenrechtsgruppen haben die Freilassung von Lee Ming-che gefordert. Selbst das Europaparlament verabschiedete im Juli eine Resolution mit dem Appell an China, den Hochschullehrer wieder auf freien Fuß zu setzen und nach Hause reisen zu lassen.


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