Gewichtheben: Weltverband verschärft Anti-Dopingkampf vor WM

Anaheim (Kalifornien) (APA/Reuters) - Der Gewichtheber-Weltverband (IWF) unternimmt alles, um den Olympia-Status über 2020 hinaus zu erhalte...

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Anaheim (Kalifornien) (APA/Reuters) - Der Gewichtheber-Weltverband (IWF) unternimmt alles, um den Olympia-Status über 2020 hinaus zu erhalten. Bei den Weltmeisterschaften ab Dienstag in Anaheim wird die Hälfte der 377 Athleten Dopingtests unterzogen, die Strafen für Länder mit Mehrfach-Vergehen wurden verschärft. Neun Länder, darunter Russland und China, sind von den Titelkämpfen ausgeschlossen.

Wegen dieser Sperren und der Absage Nordkoreas werden in Anaheim nur zwei von 15 Weltmeistern ihre Titel verteidigen.

„Wir gestehen ein, dass in der Vergangenheit die Verbreitung von Doping im Gewichtheben zu groß war“, erklärte IWF-Präsident Tamas Ajan in Kalifornien und kündigte ein „neues Kapitel im Gewichtheben“ an. Das Exekutivkomitee hat am Wochenende entsprechende Maßnahmen beschlossen.

So wird laut Ajan vor allem „ein Dutzend Hochrisiko-Länder“ zum Ziel genommen, die eine fest verankerte Dopingkultur über das Gewichtheben hinaus hätten. Die betroffenen Länder nannte der 78-jährige Ungar nicht. Die Anti-Doping-Kontrollen wurden von der IWF an eine unabhängige Einrichtung abgegeben.

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Bei Nachtests von Dopingproben der Olympischen Spiele 2008 und 2012 gab es im Gewichtheben 49 positive Fälle, 43 davon aus Ländern der früheren Sowjetunion. Nicht weniger als neun Länder sind von der WM in Anaheim wegen einer größeren Zahl von Dopingfällen innerhalb eines Jahres ausgeschlossen. Chinas Verband war Mitte Oktober für ein Jahr gesperrt worden.

Künftig drohen Verbänden laut IWF Sperren bis zu vier Jahren, wenn sie „ihrer Verantwortung im Anti-Dopingkampf“ nicht nachkommen. Ein neues Qualifikationssystem für die Sommerspiele verlangt, dass Athleten öfter zu Wettkämpfen antreten. Zuletzt waren Heber mehrfach aus dem „Nichts“ gekommen und hatten Medaillen geholt.

Diese Beschlüsse sollen Teil eines Berichts über den weiteren Anti-Dopingkampf an das IOC sein. Denn wenn das Internationale Olympische Komitee in seiner Sitzung Anfang Dezember dies als nicht ausreichend einstuft, verliert das Gewichtheben nach Tokio 2020 seinen Olympia-Status.


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