Papst traf in Myanmar Oberbefehlshaber der Armee

Yangon (Rangun) (APA) - Zum Beginn seiner Reise nach Myanmar hat Papst Franziskus am Montagabend (Ortszeit) außerplanmäßig den Oberbefehlsha...

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Yangon (Rangun) (APA) - Zum Beginn seiner Reise nach Myanmar hat Papst Franziskus am Montagabend (Ortszeit) außerplanmäßig den Oberbefehlshaber der Armee, General Min Aung Hlaing, empfangen. Das Gespräch am Sitz des Erzbischofs von Rangun, Kardinal Charles Maung Bo, dauerte laut Kathpress 15 Minuten. Hlaing kam mit einer fünfköpfigen Delegation.

Die private Unterredung war erst vor einer Woche ins Reiseprogramm aufgenommen worden und ursprünglich für Donnerstag geplant.

Laut Vatikansprecher Greg Burke war das Treffen als Höflichkeitsbesuch deklariert. Man habe vor allem „über die große Verantwortung gesprochen, die die Autoritäten des Landes in dieser Zeit des Übergangs haben“. Neben dem Oberbefehlshaber waren drei Generäle von Abteilungen „für besondere Operationen“ sowie ein Sekretär anwesend. Bei der privaten Unterredung fungierte ein Mitarbeiter der Kirche als Übersetzer.

Mit dieser Begegnung hat der Papst die Armeespitze noch vor Staatspräsident Htin Kyaw und der Staatsberaterin und Außenministerin Aung San Suu Kyi getroffen. Diese Termine sind für Dienstag in der Hauptstadt Naypyidaw vorgesehen. Danach wird Franziskus bei einer Begegnung mit Vertretern von Zivilgesellschaft, Politik und Diplomatischem Corps seine erste Rede halten. Es wird erwartet, dass er dabei auch auf die politische Lage in dem Land eingeht, in dem bis 2010 eine Militärdiktatur herrschte. Auch Suu Kyi soll dort sprechen.

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Min Aung Hlaing ist seit 2011 Oberbefehlshaber in Myanmar. Das Militär hat nach jahrzehntelangem Militärregime noch immer große Macht im Land. Teile der Armee unter seinem Befehl sind unter anderem auch an Militäraktionen und Vertreibungen der muslimischen Minderheit der Rohingya in der Region Rakhine beteiligt.

Papst Franziskus war Montagmittag (Ortszeit) zu seinem viertägigen Besuch im buddhistisch geprägten Myanmar eingetroffen. Vor der Reise sagte er, er komme als Botschafter der Versöhnung, des Verzeihens und des Friedens. Die Visite findet vor dem Hintergrund des Konflikts um die muslimische Minderheit der Rohingya statt und gilt als politisch heikel. Es ist das erste Mal, dass ein katholisches Kirchenoberhaupt Myanmar besucht. Am Donnerstag reist der Papst weiter ins benachbarte Bangladesch, wo er bis Samstag bleibt.


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