Flüchtlinge - NGO klagt: „Libyer behinderten unsere Rettungsaktion“

Rom (APA) - Das Schiff „Aquarius“ der NGO SOS Mediterranee ist am Montag im sizilianischen Hafen Catania mit 421 Migranten an Bord eingetrof...

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Rom (APA) - Das Schiff „Aquarius“ der NGO SOS Mediterranee ist am Montag im sizilianischen Hafen Catania mit 421 Migranten an Bord eingetroffen, die am Wochenende im Mittelmeer in Sicherheit gebracht wurden. An Bord befanden sich auch 98 Minderjährige.

Mitglieder der NGO beklagten, dass sie vier Stunden lang daran gehindert worden seien, Migranten an Bord eines anderen Flüchtlingsbootes zu retten. Diese Flüchtlinge seien von der libyschen Küstenwache aufgegriffen und nach Tripolis zurückgeführt worden. Obwohl die NGO die Flüchtlingsschiffe lokalisiert habe, sei sie von den Libyern daran gehindert worden, sich den Migranten in Not zu nähern, obwohl diese sich in internationalen Gewässern befanden. Zum Glück habe die Verspätung bei der Rettungsaktion keine Todesopfer verursacht, argumentierte SOS Mediterranee.

„Dieses dramatische Ereignis war extrem hart für unser Team, das machtlos zusehen musste, wie Menschen in die libysche Hölle zurückgeführt wurden“, so Sophie Beau, Vize-Präsidentin von SOS Mediterranee International.

Die Flüchtlinge, die mehrheitlich aus Eritrea und Somalia stammen, hatten Narben auf dem Körper. Sie seien unterernährt und erschöpft. Sie gehörten Mitglieder einer Gruppe von Flüchtlingen, die mehrere Monate lang in einem Gefängnis im libyschen Sabratha verbringen mussten. In den Gefängnissen seien sie mit elektrischen Kabeln gefoltert worden.


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