Kurtaxenerhöhung sorgt am Achensee für Wirbel

In Maurach wird heute über die Verdoppelung der Aufenthaltsabgabe auf drei Euro abgestimmt. Zu viel, meinen Campingplatzbetreiber. Die TVB-Führung argumentiert, konkurrenzfähig bleiben zu müssen.

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Von Angela Dähling

Achensee –Am Achensee dürften heute Abend die Wogen hochgehen – und das liegt nicht an einer steifen Brise über Tirols größtem See. Es ist die geplante Erhöhung der Aufenthaltsabgabe, die heute bei der Jahreshauptversammlung des TVB Achensee Tourismus beschlossen werden soll. Statt 1,50 Euro sollen die Gäste künftig drei Euro pro Nacht dafür berappen. Im Vorstand und im Aufsichtsrat des Verbandes wurde die Erhöhung auf diesen Höchstsatz bereits beschlossen. Doch bei etlichen Mitgliedern, deren Stimme heute gefragt sein wird, regt sich Widerstand.

„Für uns Campingplatzbetreiber, aber auch für kleinere Vermieter, die zu günstigen Preisen vermieten, ist das einfach zu viel“, sagt Sepp Brugger vom Inntal Stadl in Wiesing. Der ehemalige Obmann des einstigen TVB Wiesing hat das Thema mit weiteren Campingplatzbetreiber der Achenseeregion besprochen und stellt fest: „Mit zwei Euro wären wir einverstanden. Aber die Verdoppelung auf drei Euro ist für Campingurlauber drastisch“, sagt er. In der Hochsaison zahlt man etwa auf dem Wiesinger Campingplatz für zwei Personen und Campingwagen-Stellplatz pro Nacht 36 Euro plus drei Euro Kurtaxe. Künftig kämen sechs dazu. „In der Nebensaison, in die die Hälfte unserer Nächtigungen entfallen, kostet das Ganze 20 Euro ohne Aufenthaltsabgabe, da fallen die zusätzlichen sechs Euro noch mehr ins Gewicht, zumal in der Nachbarregion nur ein Euro Kurtaxe verlangt wird“, schildert Brugger mit Verweis auf den TVB Erste Ferienregion im Zillertal. Der Achensee sei dann neben Ischgl tirolweiter Spitzenreiter. „Und in Ischgl zahlt man in den Umlandgemeinden auch weniger“, weiß Brugger. Am Achensee wolle man aber eine einheitliche Linie fahren: drei Euro für alle. Der Wiesinger Bürgermeister Alois Aschberger kann die Campingplatzbetreiber verstehen. „Für sie ist es sicher problematisch. An sie hat man vielleicht zu wenig gedacht“, sagt er. Aschberger sitzt im TVB-Aufsichtsrat und hat selbst für die Erhöhung gestimmt. „Man darf nicht vergessen, was der Gast dafür alles bekommt“, argumentiert er. TVB-Geschäftsführer Martin Tschoner verweist auf das Konzept „Achensee 2025“ und zahlreiche geplante Infrastrukturverbesserungen.

Dazu zählen u. a. ein Radweg rund um den Achensee, fixe Loipenbeschneiungen und die Fortsetzung der Seeufergestaltung. Die Erhöhung sei nötig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Für die in Bau befindliche Badewelt „Atoll“ in Maurach sei die Orts­taxenerhöhung jedenfalls nicht nötig. Tschoner: „Das ist alles ausfinanziert.“

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