Medikament Schuld an Bluttat - „Für Justiz gab es keinen anderen Weg“

Wien (APA) - Das Justizministerium hat am Montagabend zum Fall der psychisch Kranken Stellung bezogen, die nach einer Messerattacke auf zwei...

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Wien (APA) - Das Justizministerium hat am Montagabend zum Fall der psychisch Kranken Stellung bezogen, die nach einer Messerattacke auf zwei Frauen in Simmering im Landesklinikum Mauer und nicht - wie vom psychiatrischen Sachverständigen vorgeschlagen - im Neurologischen Zentrum Rosenhügel untergebracht ist. „Für die Justiz hat es keinen anderen Weg gegeben“, sagte Ressortmediensprecherin Britta Tichy-Martin.

Bei der vorläufigen Anhaltung von zurechnungsunfähigen Straftätern „hat sich die Strafvollzugsverwaltung an die gesetzlichen Bestimmungen zu halten“, erläuterte Tichy-Martin im Gespräch mit der APA. Diese sehen eine Unterbringung in öffentlichen psychiatrischen Krankenhäusern vor. Diese Rechtsform erfüllt das Neurologische Zentrum Rosenhügel im Unterschied zum Landesklinikum Mauer nicht. Mit letzterem kooperiert die Strafvollzugsverwaltung auf Basis einer Verordnung schon seit geraumer Zeit. Dort sei eine dem Stand der Medizin entsprechende Behandlung psychisch kranker Verdächtiger gewährleistet.

Bevor die 54-Jährige im September ins Landesklinikum Mauer verlegt wurde, befand sie sich auf der psychiatrischen Abteilung der Justizanstalt Josefstadt. Wie Tichy-Martin erklärte, war dort grundsätzlich vorgesehen, das Antiepileptikum Fycompa, auf das die 54-Jährige offensichtlich aggressiv reagiert, „schleichend abzusetzen“. Zum Umstand, dass die Patientin dieses Mittel in Mauer nach wie vor - wenn auch in geringerer Dosis - erhält, bemerkte Tichy-Martin: „Die Medikation ist Sache des behandelnden Arztes. Wir können nicht vorgeben, wie jemand zu behandeln ist.“ Der behandelnde Arzt sei „direkt am Patienten dran“ und müsse entscheiden, „wie vorzugehen ist“.


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