Musikalische Welten aus fünf Jahrhunderten

Die 42. Innsbrucker Festwochen stellen Jacob Stainer in den Konzert- mittelpunkt, Starregisseur Jürgen Flimm inszeniert Mercadantes „Didone“.

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© Foto Rudy De Moor / Tiroler Tage

Innsbruck –„Die Kultur hat uns über Jahrhunderte vorangebracht“, sagte Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer Dienstagmittag bei der Präsentation des Festwochen-Programmes und versprach auch im Namen der kurzfristig verhinderten Kulturlandesrätin Beate Palfrader die „Förderung weiterhin mit aller Kraft“. Die beachtliche Gegenleistung präsentierte Geschäftsführer Markus Lutz: erstmals seit Jahren schwarze Zahlen. Waren die Festwochen 2013 noch mit 600.000 Euro verschuldet, ist diese Last nun abgebaut. Also berechtigter Aufbruch 2018 unter dem Motto „Bewegte Welten“.

Neu ist auch, dass Ende November nicht nur ein Vorprogramm zu den Festwochen der Alten Musik 2018 (17. Juli bis 27. August) aufliegt, sondern bereits der Almanach, geschmackvoller gestaltet als bisher und mit einigen ebenso ästhetischen wie originellen Fotografien, die antike Szenen in gegenwärtige Innsbrucker Motive setzen.

Die antiken, musikalisch jedoch taufrischen Damen Dido, Dafne und Semele prägen das Opernprogramm. Wobei Festwochen-Intendant Alessandro De Marchi, der Giu­seppe Mercadantes „Didone“ von immerhin schon 1823 erstmals wieder in unserer Zeit präsentiert, eine spektakuläre Einladung geglückt ist. Jürgen Flimm wird inszenieren.

„Mit Semele“, sagt De Marchi, „gehen wir weiter in der Entdeckung neapolitanischer Schätze.“ Diese Oper von Johann Adolf Hasse dirigiert Claudio Osele, Georg Quander inszeniert. Die Barockoper:Jung von Francesco Cavalli zeigt die Geschichte von „Apollo e Dafne“, wobei die italienische Regisseurin Alessandra Premoli ein Schattentheater daraus macht. Am Pult ist Massimiliano Toni. De Marchis Oratoriumsaufführung gehört 2018 dem einzigen er­haltenen Werk Alessandro Scarlattis, „David und Goliath“.

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Die Konzertreihe, präsentiert von Betriebsdirektorin Eva-Maria Sens, ist – beginnend wie immer mit den Ambraser Schlosskonzerten – vielseitig bestückt und steht dennoch unter dem Generalaspekt des Tiroler Geigenbauers Jacob Stainer. Die Linien ziehen sich quer durch das Programm. Das erste Konzert, „Windspiele“, mit Lars Ulrik Mortensen am Cembalo sowie Barthold Kuijken, Linde Brunmayr-Tutz und weiteren Traversflötisten, ist dem im Juli 2017 verstorbenen Innsbrucker Instrumentenbauer Rudolf Tutz gewidmet.

In der Serie „Open Mind“ wird die stimmungsvolle, hierzulande eng mit José Carreras verknüpfte „Misa Criolla“ von Ariel Ramirez zu hören sein. (u.st.)


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