Libanesischer Premier Hariri will unter Bedingungen im Amt bleiben

Er forderte, dass sich die an der libanesischen Einheitsregierung beteiligte Hisbollah nicht in andere arabische Länder einmischt.

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Saad Hariri (r.) mit Präsident Michel Aoun.
© DALATI AND NOHRA

Beirut/Paris – Der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri will sein Amt weiterführen, falls die Schiitenmiliz Hisbollah auf seine Forderungen eingeht. „Ich will als Premierminister bleiben“, sagte er in einem am Montag veröffentlichten Interview des französischen TV-Senders CNews.

Er forderte, dass sich die an der libanesischen Einheitsregierung beteiligte Hisbollah nicht in andere arabische Länder einmischt: Er wolle die Neutralität des Libanon gegenüber allen Konflikten, sagte Hariri.

Die Hisbollah sei in Syrien, im Irak, „und das ist wegen des Iran“, so Hariri in dem auf Französisch geführten Interview. Der Journalist fragte ihn, ob er im Amt bleibe, falls die Hisbollah und der Iran das von ihm vorgeschlagene neue politische Gleichgewicht akzeptierten. „Natürlich“, antwortete Hariri. Nachfrage: „Aber falls sie sich weigern, gehen Sie?“ - „Ja“. Hariri beschrieb den Dialog mit der Hisbollah als „sehr positiv“.

Angst vor Destabilisierung

Der libanesische Regierungschef hatte Anfang des Monats von Saudi-Arabien aus unter ungeklärten Umständen seinen Rücktritt angekündigt. Dieser war von Präsident Michel Aoun jedoch nicht angenommen worden. Nach seiner Rückkehr in den Libanon vollzog Hariri vergangene Woche eine Kehrtwende und schob seinen Rücktritt auf.

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Nach der Rücktrittsankündigung waren Sorgen aufgekommen, im Libanon könnte ein neuer Stellvertreterkonflikt zwischen dem sunnitischen Königreich Saudi-Arabien und dessen schiitischem Erzrivalen Iran entstehen. Dieser könnte den gesamten Nahen Osten destabilisieren. Saudi-Arabien und Hariri beschuldigen die Hisbollah und deren Schutzmacht Iran, in der Region Unruhe zu stiften.

Hariri sagte, er habe mit seiner Rücktrittsankündigung einen „positiven Schock“ auslösen wollen. Zu den Umständen wollte er sich aber nicht äußern. Darüber seien viele Geschichten verbreitet worden, aber er wolle das „für sich behalten“. (APA/dpa)


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