Chefcoach Pallin nahm sich seine Haie zur Brust

Schon vor der 5:6-Penaltyniederlage am Sonntag in Znojmo wurde bei den Innsbrucker Haien Tacheles gesprochen.

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Ein Bild mit großem Symbolcharakter – Coach Rob Pallin fordert von allen Cracks ausnahmslos wieder die Haie-Identität ein.
© gepa

Von Alex Gruber

Innsbruck – Dass alternde Stars (Derek Hahn, Jeff Ulmer ...) im Haie-Dress relativ lustlos durch die Gegend fahren, das war einmal. Unter Rob Pallin hat sich der Spirit in der letzten Saison verändert.

Das wollte der 51-jährige US-Amerikaner seinen Cracks vor der Niederlage in Znojmo noch einmal in Erinnerung rufen: „Ich habe zweieinhalb Stunden vor dem Match ein Meeting anberaumt. Es war ein hartes Gespräch. Und da ist es nicht um unser Powerplay oder etwas Taktisches gegangen. Die ganze Kultur in Innsbruck hat sich letzte Saison verändert. Und ich akzeptiere nicht, wenn es an der Einstellung fehlt. Wer das nicht versteht, wird das Schiff verlassen. Wir brauchen harte Arbeit und Intensität“, stellte Pallin mit einem „big statement“ klar. Als Drohung wollte er dies nicht werten, sondern als ganz klare Ansage: „Du kannst das größte Talent haben, aber wenn du nicht hart arbeitest, bringt es nichts. Ich kümmere mich nicht mehr ums Talent.“

Da die Haie nicht im Geld schwimmen, wird sich ein Import-Wechsel (vorerst) nicht spielen. Aber „Warriors“, also sportliche Krieger am Eis, braucht das Land. Denn was helfen viele individuelle Punkte, wenn das Team in Summe dennoch leidet? Deswegen strich Pallin auch den mannschaftsdienlichen Arbeitsnachweis von Mitch Wahl oder Andrew Yogan in Znojmo hervor. Gleich fünfmal glich man einen Rückstand aus, ehe man das Penaltyschießen verlor: „Natürlich haben wir Fehler gemacht. Aber wir haben gekämpft. Es war in Sachen Einstellung ein großer Schritt in die richtige Richtung.“

Am vergangenen Freitag und nach der herzlosen 2:4-Heimniederlage gegen den KAC standen Pallin noch die Haare in der Tiwag-Arena zu Berge. „Ich habe in den Spiegel geguckt und gesagt: ,Rob, du musst das Schiff wieder auf Kurs bringen.‘ Es gibt auch für mich keine Entschuldigungen.“

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Der Vorstand weiß, wie der Trainer tickt. Das war ja auch der Hauptgrund, warum die Reise letzte Saison sensationell als Fünfter des Grunddurchgangs in die Play-offs führte. Aber nicht jedes Jahr fällt in Sachen Kaderplanung und Liga-Alltag Weihnachten und Ostern zusammen.

Die Reise in die Top sechs und direkt ins Viertelfinale wird in den verbleibenden 21 Runden bei einem Blick auf die Tabelle sehr schwer. „Wir haben alleine im Dezember 13 Spiele. Wir müssen das als Herausforderung sehen“, sagt Pallin. Er will Spieler, die alles geben und mit einem Lächeln in die Kabine spazieren. Denn eine positive Einstellung, die auch in Sachen Arbeitsmoral ansteckend sei, bleibe das A und O. Hoffentlich ist die Botschaft angekommen.


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