Motiv des Messerangreifers in Altena wohl Fremdenfeindlichkeit

Hagen (APA/AFP) - Beim Urheber des Messerangriffs auf den Bürgermeister der westdeutschen Kleinstadt Altena, Andreas Hollstein, handelt es s...

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Hagen (APA/AFP) - Beim Urheber des Messerangriffs auf den Bürgermeister der westdeutschen Kleinstadt Altena, Andreas Hollstein, handelt es sich um einen 56-jährigen Mann, der vermutlich aus fremdenfeindlichen Motiven gehandelt hat. Dies teilte die ermittelnde Staatsanwaltschaft Hagen am Dienstag mit.

Der mutmaßliche Täter fügte dem Bürgermeister der sauerländischen Kleinstadt demnach am Montagabend in einem Döner-Grill eine rund 15 Zentimeter lange Schnittwunde am Hals zu. Der Verdächtige wurde durch weitere Anwesende in dem Imbiss in Altena bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten und von den Beamten festgenommen. Altena war im Mai mit dem nationalen Integrationspreis für sein Engagement in der Flüchtlingspolitik ausgezeichnet worden. Weitere Einzelheiten wollen die Ermittler am Dienstagmittag auf einer Pressekonferenz in Hagen mitteilen.

Die Messerattacke auf den Bürgermeister von Altena erinnert an das Attentat auf die heutige Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Die damalige Bügermeister-Kandidatin Reker war am 17. Oktober 2015 im Wahlkampf wegen ihrer liberalen Flüchtlingspolitik von einen Messerstecher angegriffen und lebensgefährlich verletzt worden. Der Täter wurde im Juli 2016 zu 14 Jahren Haft verurteilt.

Reker zeigte sich in einer Stellungnahme am Dienstag „tief erschüttert“ von dem Attentat auf Hollstein. „Ich bin sehr erleichtert, dass er das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen konnte“, erklärte Reker in Köln. „Ich hoffe sehr, dass Andreas Hollstein dieses schlimme Ereignis schnell verarbeiten kann und ihn das Geschehen nicht dauerhaft verunsichert.“

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Reker fügte hinzu, sie wisse selbst, dass dies „eine Kraftanstrengung“ sei. „Aber man darf sich seine Identität und sein Engagement nicht nehmen lassen“. Ein solches Attentat verändere das Leben, erklärte die Bürgermeisterin. „Aber es darf nicht unser Verhalten ändern. Wir müssen uns weiterhin mit Offenheit und Stärke unseren Aufgaben stellen - denn Hass und Gewalt sind keine Lösung, sie sind das Problem.“


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