Prostituierte angeklagt: Steirer um 270.000 Euro erleichtert

Graz (APA) - Eine Ex-Prostituierte ist am Dienstag im Grazer Straflandesgericht wegen gewerbsmäßigen schweren Betruges vor einem Schöffensen...

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Graz (APA) - Eine Ex-Prostituierte ist am Dienstag im Grazer Straflandesgericht wegen gewerbsmäßigen schweren Betruges vor einem Schöffensenat gestanden. Ihr wurde vorgeworfen, einen geistig leicht beeinträchtigten Mann um rund 270.000 Euro gebracht zu haben. Er soll der Frau nicht nur Bargeld gegeben haben, sondern ihr auch Kleidung, ein Handy und ein Auto gekauft haben.

Die 33-Jährige Rumänin arbeitete in einem Bordell, das der Steirer immer wieder aufsuchte. „Sie erkannte seine Beeinträchtigung und seine finanzielle Leitbarkeit“, führte Staatsanwältin Vera Sammt aus. Die Frau erzählte ihrem Freier mehrmals von Notfällen, von Krebserkrankungen und Todesfällen in der Familie. Sie bekam immer wieder Bargeld, schließlich nahm er sogar einen Kredit auf. Auch ein Leasing-Auto wurde angeschafft, ein Audi tt, obwohl keiner der beiden einen Führerschein hat.

„Liebe macht blind“ argumentierte Verteidiger Wolfgang Vacarescu und stellte die Frage: „Ist es strafbar, wenn man von einem Partner Geschenke annimmt?“. Nach seinen Ausführungen hatte die Frau nämlich ihren Job im Bordell aufgegeben und wurde von ihrem Verehrer von da an finanziell unterstützt. Und zwar großzügig, wenn es nach der Anklägerin geht, die von einer Gesamtzuwendung von rund 270.000 Euro spricht.

Die Rumänin war nur teilweise geständig, rund 70.000 Euro sind es ihren Angaben nach, die sie dem Mann schuldet. Bei der Verhandlung wurde die Öffentlichkeit nach den Eröffnungsplädoyers ausgeschlossen. Ein Urteil wurde für Nachmittag erwartet.

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