Basketball: Höchste Pleite aller Zeiten gegen Deutschland

Schwechat/Wien (APA) - Mit dem 49:90 in der Qualifikation zur WM 2019 sind Österreichs Basketball-Herren am Montagabend in die höchste Pleit...

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Schwechat/Wien (APA) - Mit dem 49:90 in der Qualifikation zur WM 2019 sind Österreichs Basketball-Herren am Montagabend in die höchste Pleite aller Zeiten gegen Deutschland geschlittert. Statt des erträumten ersten Sieges nach mehr als vier Jahrzehnten wurde die zehnte Niederlage hintereinander in Aufeinandertreffen mit dem Nachbarn zum nicht erwarteten Debakel.

Damit ist schon nach zwei von sechs Spieltagen klar, dass es für das ÖBV-Team in der Gruppe G nur um Platz drei geht, der freilich zum Aufstieg in die letzte Phase der WM-Qualifikation reichen würde. Gegen das ebenfalls noch sieglose Georgien steigt somit am 23. Februar 2018 im Multiversum Schwechat ein „Finale“. Das ist nicht nur Teamchef Matthias Zollner klar.

Seine Burschen seien „übermotiviert“ gewesen, sagte der Deutsche nach der historischen Pleite in seinem ersten Heimspiel als ÖBV-Coach zur APA - Austria Presse Agentur. „Wir haben es nicht geschafft, die Motivation in geregelte Bahnen zu lenken und haben kopflos gespielt.“

Die Spieler waren nach der Abfuhr gegen eine stark ersatzgeschwächte DBB-Auswahl geknickt und teils sprachlos. „Eine Blamage“, war Deutschland-Legionär Thomas Klepeisz (Löwen Braunschweig) zu entlocken. „Wir haben die Intensität nicht angenommen.“ Marvin Ogunsipe (FC Bayern Basketball II) gestand ein, dass die österreichische Mannschaft mit dem Druck des Gegners nicht zurechtgekommen sei und „keine Lösungen gefunden“ habe.

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Was zu einer der schwärzesten Stunden im heimischen Basketball führte, zeigte die Statistik ganz klar auf: 22:42 lautete das Rebound-Verhältnis (4:14 am offensiven Brett), 23 rot-weiß-roten Ballverlusten standen 14 der Deutschen gegenüber. Dazu war das Zollner-Team bei lediglich 16 von 45 Wurfversuchen (35,6 Prozent) erfolgreich, der Gegner traf 31 von 61 (50,8 Prozent). Zur Pleite gesellte sich die Enttäuschung, dass das Multiversum Schwechat beim „Bruder-Duell“ mit 1.400 Zuschauern längst nicht ausverkauft war.

Zuspruch für das schwer geschlagene Nationalteam gab es am Dienstag aus Nordamerika. Es sei „noch ist nichts verloren“, ließ NBA-Export Jakob Pöltl wissen. „Im Endeffekt könnten zwei Siege oder vielleicht sogar nur ein Sieg gegen Georgien reichen, um Gruppendritter zu werden. Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen. Die Situation war sicher nicht einfach, die Mannschaft hatte mit dem neuen Coach ja nur ganz wenige Trainingstage zur Verfügung.“ Pöltl könnte in den Auswärtsspielen gegen Deutschland (29. Juni 2018, vermutlich in Braunschweig) und Georgien (2. Juli 2018, Tiflis) dabei sein.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht: „An alle meine Spieler“, richtete sich noch am Montagabend ein Facebook-Post des Wieners Raoul Korner, der Cheftrainer bei BBC Bayreuth in der deutschen Bundesliga ist. „EIN Wort über das Spiel (im Multiversum Schwechat, Anm.), und wir brauchen im morgigen Training keinen Basketball!!!“


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