Drei mutmaßliche Islamisten bei Polizeieinsatz in Bangladesch getötet

Vatikanstadt/Dhaka (APA/AFP) - Kurz vor dem Besuch von Papst Franziskus sind in Bangladesch drei mutmaßliche Islamisten bei einem Polizeiein...

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Vatikanstadt/Dhaka (APA/AFP) - Kurz vor dem Besuch von Papst Franziskus sind in Bangladesch drei mutmaßliche Islamisten bei einem Polizeieinsatz getötet worden. Die Verdächtigten starben am Dienstag bei einer Razzia nahe der Grenze zu Indien, wie die Polizei mitteilte. Polizisten hatten demnach ein Haus im Bezirk Chapai Nawabganj abgeriegelt, in dem sich die Männer versteckt hielten.

Die Verdächtigen eröffneten nach Polizeiangaben das Feuer und warfen Sprengsätze auf die Polizisten. Bei einer Explosion im Innern des Hauses seien dann drei Menschen getötet worden.

Papst Franziskus reist nach einem Besuch in Myanmar am Donnerstag weiter nach Bangladesch. Die Sicherheitsvorkehrungen in dem südasiatischen Land wurden bereits massiv verschärft. In der Hauptstadt Dhaka bewacht die Polizei vor allem die Kirchen und Plätze, die das Oberhaupt der katholischen Kirche besuchen wird.

Die Reise gilt wegen der Flüchtlingskrise um die muslimische Minderheit der Rohingya als besonders heikel. Am Montagabend traf der Papst in Rangun bereits Myanmars mächtigen Armeechef Min Aung Hlaing, der für das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Rohingya verantwortlich gemacht wird. Dienstagmittag traf Franziskus mit der De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi zusammen. Danach wurden Statements der beiden erwartet. Auch die Friedensnobelpreisträgerin und langjährige Oppositionsführerin wird wegen ihres langen Schweigens zur Rohingya-Krise international kritisiert.

Die muslimischen Rohingya werden in Myanmar seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Ende August war der Konflikt eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit Gegengewalt. Seither wurden durch das Militär hunderte Rohingya getötet, rund 620.000 Rohingya flüchteten ins verarmte Nachbarland Bangladesch. Die UNO und Menschenrechtsorganisationen sprechen von „ethnischen Säuberungen“.


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