Skisprung-Damen plagen vor dem Auftakt große Sorgen

Verletzungen und mentale Probleme gestalten den Weltcup-Auftakt der ÖSV-Adlerinnen am Wochenende äußerst schwierig.

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Chiara Hölzl hält im Training die Spur mit den Besten, im Wettkampf ist sie oft noch neben der Spur. Nur ein Problem der Skisprung-Damen.
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Von Susann Frank

Lillehammer –Eine Traum-Winterlandschaft, wie sie schöner nicht sein könnte, und doch kann Andreas Felder diese nicht unbeschwert genießen. Bei Minusgraden und 30 Zentimetern Schnee im norwegischen Lillehammer leitet der Damen-Skisprung-Cheftrainer die letzten Trainingseinheiten eines dezimierten und angeschlagenen ÖSV-Teams vor dem Auftakt am Freitag (16 Uhr/live ORF Sport +).

Aushängeschild und Olympia-Zweite Daniela Iraschko-Stolz darf nach der zigten Knie-Operation bis Dezember nicht trainieren. WM-Mixed-Team-Silbergewinnerin von 2017, Jacqueline Seifriedsberger, hat nach einer Knie-Operation im Sommer noch Probleme auf der Schanze. Die einst senkrechtstartende Quereinsteigerin Eva Pinkelnig hat sich laut dem Absamer immer noch nicht von ihren Stürzen der vergangenen Saison erholt. Sie habe nicht mehr das Niveau, um im Weltcup zu starten. Und Chiar­a Hölzl, die im Training mit den Spitzenspringerinnen mithält, scheiterte bisher daran, ihre Top-Leistungen im Wettkampf abzurufen. „Das wird ein äußerst schwieriger Olympia-Winter“, erklärte Felder. Die zwei weiteren Weltcup-Starterinnen, Elisabeth Raudaschl und Claudia Purker, 17 Jahre jung, bräuchten noch Zeit. Für sie gilt es beim Auftakt erst einmal eine weitere Hürde zu meistern: Am Sonntag steht im Olympia-Ort von 1994 ein Bewerb von der Großschanze an.

Mit Oslo (Februar) stehen diese Saison erstmals zwei Wettkämpfe mit einer Hill­size über 130 Metern an. „Das ist schon sehr früh im Winter“, kommentierte Felder die Neuerung. Eine andere Premiere kommt für den 55-Jährigen hingegen zu spät: die Mannschaftsbewerbe. Zweimal kämpfen vier Damen für ihre Nation um Platz eins. „Vor zwei Jahren wären wir dort um den Sieg mitgesprungen“, erinnerte Felder an erfolgreiche Tage und fügte hinzu: „Es werden auch wieder leichtere Zeiten kommen.“

Dass es Damen-Teambewerbe gäbe, darüber würden sich alle freuen. „Dann hat der spannende Bewerb auch die Chance, olympisch zu werden.“ In Pyeongchang 2018 steht jedoch nur ein Einzelbewerb auf dem Programm. Bis dahin sollen Iraschko-Stolz („Die brauchen wir dringend“) und Seifriedsberger wieder fit sein. Vorher werden noch ein paar traumhafte und doch auch schwierige Wintertage bei den Skisprung-Damen ins Land ziehen.


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