Halbfabrikat auf der schiefen Bahn - Anita Leisz im 21er Haus

Wien (APA) - Anita Leisz kommt aus Leoben. Sie erinnert sich an einen Schleier aus Rost, der über dem Schulweg hing. Die Präsenz von Schweri...

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Wien (APA) - Anita Leisz kommt aus Leoben. Sie erinnert sich an einen Schleier aus Rost, der über dem Schulweg hing. Die Präsenz von Schwerindustrie, von massivem Metall und handfestem Bauwesen ist auch in ihrer künstlerischen Arbeit maßgeblich. Ab morgen, Mittwoch, zeigt das 21er Haus eine kleine Personale mit neuen Arbeiten.

Leisz (Jahrgang 1973) arbeitet mit Material, dessen Name zwar aus der Bauindustrie stammt, sich aber mühelos ins zeitgenössische Kuratorendeutsch integrieren lässt: „Halbfabrikate“. Das sind Baustoffe, meist Platten, die per definitionem noch nicht fertig, sondern zur Weiterverarbeitung auf dem Bau bestimmt sind. Aus Gips, aus Stahl, industriell gefertigt und für einen spezifischen Zweck optimiert, der ihre Unfertigkeit erfordert. Auf ein klares, unausweichliches Schicksal steuern sie zu, wenn sie aus der Fabrik kommen - es sei denn sie landen im Atelier von Anita Leisz.

Denn die Künstlerin bringt ihre Halbfabrikate auf die schiefe Bahn, lässt sie rebellieren gegen ihre vermeintliche Bestimmung und setzt „diesem Gedanken von Effizienz und Optimierung ein anderes Potenzial entgegen“, so Kuratorin Luisa Ziaja bei einer Presseführung am Dienstag. In langwierigen Arbeitsschritten behandelt Leisz ihre Objekte, biegt sie, schafft Oberfläche, schwarze Färbungen, Tafelbilder ohne jegliche Referenz zur Welt.

Sie stellt nicht dar und sie abstrahiert nicht, ihre langwierigen Prozesse sind kaum wahrnehmbar, die offensive Schmucklosigkeit ihrer Skulpturen macht stutzig: Ein bildhauerischer Grenzgang, der mehr subversiv als anschaulich ist und dessen unbestreitbares Schwergewicht weder der Idee, noch dem Resultat geschuldet ist, sondern sich als Hommage an das durchaus vermenschlichte Ding dazwischen versteht - das Halbfabrikat.

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(S E R V I C E - „Anita Leisz“, Ausstellung im 21er Haus, Eröffnung heute, 19 Uhr, von 29. November bis 14. Jänner 2018, Mittwoch bis Sonntag sowie an allen Feiertagen 11 bis 18 Uhr, Mittwoch und Freitag bis 21 Uhr. www.21erhaus.at)


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