Neue Awareness-Kampagne zu Psoriasis-Therapien

Wien (APA) - Im Dezember startet eine Kampagne mit dem Ziel, die rund 250.000 Psoriasis-Patienten in Österreich auf aktuelle Behandlungsmögl...

  • Artikel
  • Diskussion

Wien (APA) - Im Dezember startet eine Kampagne mit dem Ziel, die rund 250.000 Psoriasis-Patienten in Österreich auf aktuelle Behandlungsmöglichkeiten der Krankheit mit Biologika zu informieren. Die Initiative „Psoriasis“ soll Betroffenen außerdem Mut machen, das Gespräch mit ihrem Haus- und Hautarzt zu suchen, wie im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien betont wurde.

„Das Finden der richtigen Therapie erfordert eine gewisse Hartnäckigkeit von Arzt und Patient“, hielt Beatrix Volc-Platzer, Vorständin der dermatologischen Abteilung im Wiener Donauspital, fest. „Das dauert.“ Psoriasis ist eine chronische Systemerkrankung, die Haut und Nägel befällt und mit der eine Reihe von Begleiterkrankungen verbunden sind, darunter entzündliche Arthritis, Adipositas und Depressionen.

Meist kommen bei Psoriasis zunächst lokale Therapien wie Cortisonsalben oder als systemische Therapie die Behandlung mit Medikamenten wie Cyclosporin A zur Anwendung. Laut dermatologischem Lebensqualitätsindex sind aber lediglich 30 Prozent der befragten Patienten mit ihrem Therapieerfolg zufrieden.

Relativ neu in der Systemtherapie kommen sogenannte Biologika zur Anwendung, die per Infusion oder Spritze verabreicht werden und „von innen“ gegen Entzündungsprozesse im Körper wirken. Diese Behandlung wäre allerdings oft auch als erste Wahl geeignet, so Volc-Platzer. Biologika würden über ein gutes Nutzen-Risiko-Profil verfügen. Die Medikamente werden im Allgemeinen gut vertragen, zuvor müsse natürlich eine genaue Durchuntersuchung erfolgen.

10x Wanderausrüstung zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

In Österreich seien nur rund 30 Prozent der niedergelassenen Dermatologen ausreichend über moderne Therapiemethoden informiert und bieten diese auch an. Obwohl Biologika prinzipiell in ganz Österreich verfügbar sind, gebe es insbesondere im ländlichen Raum kaum Zugang dazu, weil es dort nur wenige Spezialisten gebe, wie Johannes Neuhofer, Präsident des Berufsverbandes der österreichischen Dermatologen, betonte. „Psoriasis ist eine Systemerkrankung. Sie bestimmt den Tagesablauf, die Lebensqualität wird massiv beeinträchtigt“, sagte Neuhofer. Durch Biologika könne das persönliche Leid der Betroffenen, die neben körperlichen Beschwerden auch mit emotionalen und sozialen Belastungen zurecht kommen müssen, deutlich gemildert werden. Die Behandlung sei teuer, aber „um die Finanzierung muss sich die Politik kümmern“, so Neuhofer.

Auch Hausärzten komme eine bedeutende Rolle zu, wenn es darum geht, möglichst schnell das passende Medikament zu finden. „Allgemeinmediziner müssen chronische Erkrankungen möglichst früh erkennen und die Patienten zeitgerecht und zielgerichtet zum richtigen Spezialisten schicken“, betonte Erwin Rebhandl, Präsident der Initiative für Allgemeinmedizin und Gesundheit. Wichtig sei eine ganzheitliche Schau auf den Patienten. Dieser wiederum solle seinen Hausarzt auf moderne Therapieformen ansprechen, nahm Rebhandl die Betroffenen in die Verantwortung.

„Es erfordert einen gewissen Aufwand und ist eine Frage der Organisation“, sagte Volc über die Behandlung mit Biologika, bei denen stets auch Monitoring erfolgen müsse. Abhilfe könnten u.a. Schulungen für Hautärzte im Umgang mit Biologika schaffen, meinte Neuhofer. „Es braucht Zeit für die niedergelassenen Hautärzte und hat auch ökonomische Gründe. Aber es werden sicher mehr als 30 Prozent werden.“


Kommentieren