Globale Aktionswoche gegen Geldwäsche - 159 Festnahmen

Den Haag/Wien (APA) - Geldwäsche funktioniert heutzutage zu einem guten Teil über „Money Mules“ („Geld-Maultiere“ oder besser Finanzagenten,...

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Den Haag/Wien (APA) - Geldwäsche funktioniert heutzutage zu einem guten Teil über „Money Mules“ („Geld-Maultiere“ oder besser Finanzagenten, Anm.). Das sind Personen, die - oft ohne selbst zu wissen, dass sie in eine kriminelle Aktion verstrickt sind - Geld übernehmen und weitertransportieren. Bei einer Globalen Aktionswoche standen sie ganz besonders im Visier der Strafverfolgungsbehörden.

In der Aktion mit dem Namen „EMMA3“ von 20. bis 24. November wurden 159 Personen festgenommen, teilte die europäische Polizeiagentur Europol am Dienstag in einer Aussendung mit. 409 Verdächtige wurden einvernommen, 766 „Money Mules“ und 59 Organisatoren solcher Transaktionen identifiziert. Unter den Teilnehmerstaaten - neben zahlreichen europäischen Ländern auch die USA und Australien - befand sich Österreich, wo das Bundeskriminalamt mit einer Sensibilisierungskampagne auf das Problem aufmerksam machte. Dazu kamen neben Europol die Eurojust, der europäische Bankenverband (EBF), 257 Geldinstitute und andere Partnerfirmen aus dem privaten Sektor.

Am Dienstag lancierte Europol eine Sensibilisierungskampagne namens „#DontBeaMule“, an der das heimische Bundeskriminalamt (BK) beteiligt ist. Laut BK ist ein Finanzagent oder „Money Mule“ eine Person, die von Kriminellen angeworben wird, um illegal erlangte Gelder zu waschen. Dem Finanzagent wird meist ein Geldbetrag aus dem Ausland auf sein Konto überwiesen. Dann wird er aufgefordert diesen Geldbetrag entweder weiter zu überweisen oder abzuheben. Als Bezahlung darf sich die Person eine vereinbarte Gebühr einbehalten. Sofern eine Barbehebung gefordert wird, wird entweder ein Treffen mit einer unbekannten Person vereinbart, die das „gewaschene“ Geld entgegennimmt oder der Finanzagent wird aufgefordert das Geld via Post zu versenden.

Oft sind die „Money Mules“ im Unwissen der eigentlichen Straftat und werden lediglich für den Transfer der „schmutzigen“ Gelder rekrutiert. „Diese Handlung kann jedoch bereits den Tatbestand der Geldwäsche nach dem österreichischen Strafgesetzbuch erfüllen. Als Finanzagent leistet man auf jeden Fall einen Beitrag zur Vollendung des Betruges“, warnte das BK. Somit würden die Personen die organisierte Kriminalität unterstützen.

Laut Europol ist der durchschnittliche Finanzagent männlich und 18 bis 34 Jahre alt. Die Rekrutierung von „Money Mules“ erfolgt durch seriös wirkende Jobangebote auf Internetseiten, via soziale Medien, via Spam-Mails, oder über Messaging Apps.

In Österreich werden Meldungen über verdächtige Banktransfers an die Geldwäschemeldestelle im BK gemeldet und analysiert. Sofern sich der Verdacht erhärtet, ermittle die Polizei. Ausgeforschte „Money Mules“ würden zur Anzeige gebracht oder der Finanzmarktaufsicht (FMA) gemeldet.

Tipps der Kriminalprävention:

~ • Seien Sie auf der Hut wenn schnelles Geld versprochen wird. Denn niemand hat etwas zu verschenken. • Kontrollieren Sie Jobangebote genau. Achten Sie auf Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Webseite der Unternehmen. Erkundigen Sie sich selbst im Internet über das Unternehmen bzw. das Jobangebot. • Achten Sie auf die Ausdrucksweise und den Stil des Jobangebotes. Das kann auf die Seriosität hinweisen. • Geben Sie niemals Ihre Kontodaten oder andere persönliche Daten an unbekannte Dritte weiter. ~


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