Sieben Jahre Haft für Drogen im Kofferraum

Drei Männer standen in Innsbruck wegen Suchtgifthandels vor Gericht.

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Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Der Brenner ist nicht nur zu einer Achse des Schlepperwesens, sondern auch zur Schmuggelroute der Drogenmafia geworden. Bologna, Turin, Mailand und Verona gelten als Hochburgen nordafrikanischer Dealer. Aus diesem Umfeld mussten ein Italiener und zwei Marokkaner erneut „in Begleitung“ wegen Suchtgifthandels im Rahmen einer kriminellen Vereinigung am Landesgericht erscheinen. Schon zu Prozessbeginn hatte Staatsanwalt Hansjörg Mayr ein klares Bild gezeichnet.

Demnach ließen Aussagen in Telefonüberwachungen (TÜ) keinen anderen Schluss zu, als dass der 54-jährige Italiener schon im Februar 16 Kilogramm Cannabis nach Innsbruck geschmuggelt hatte. Darauf wurde „Giuliano“ bei seiner nächsten Fahrt im März mit 18,2 Kilogramm Cannabis im Kofferraum festgenommen. Hinter dem großen Turiner Boss „Said“ sei wiederum der Zweitangeklagte als Organisator und Verteiler in Tirol gestanden. Beim Drittangeklagten handelte es sich laut Mayr hingegen nur um einen kleinen Läufer der Bande, welcher 1,5 Kilogramm Cannabisharz im Rapoldipark unter das Volk gebracht haben sollte. Auf der Anklagebank sollten übrigens noch andere Verdächtige sitzen – sie sind flüchtig.

Während der vom Leben gezeichnete Italiener nur den Fund in seinem Kofferraum zugestand, wollte der Zweitangeklagte keinesfalls Strippenzieher einer Suchtgiftorganisation sein.

Der Schöffensenat unter Vorsitz von Richterin Heidemarie Paul zog aus dem Telefonüberwachungsprotokoll jedoch andere Schlüsse. Auch wenn das Wort „Droge“ kein einziges Mal gefallen war, ließen die verklausulierten Gespräche der zwei Hauptangeklagten doch eindeutig auf den Schmuggel von 34 Kilogramm Cannabisharz schließen. Zweimal sieben Jahre (bis 15 Jahre drohten) und zweieinhalb Jahre Haft (für den Rapoldipark-Verkäufer) ergingen nicht rechtskräftig.


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