Bettlerinnen sammelten für „Gehörlosenverband“

Innsbruck – Dreist, dreister, am dreistesten. Ein Prozess um gewerbsmäßig schweren Betrug gab gestern am Landesgericht Einblicke in Auswüchs...

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Innsbruck –Dreist, dreister, am dreistesten. Ein Prozess um gewerbsmäßig schweren Betrug gab gestern am Landesgericht Einblicke in Auswüchse der organisierten Bettlerszene. Angeklagt waren eigentlich zwei Rumäninnen und der Ehemann der Zweitangeklagten. Tatvorwurf laut Staatsanwältin Renate Loacker: Spendenbetrug der übelsten Art.

So sollen beide Frauen in Tirol und Kärnten unter dem Vorwand, offiziell für den Gehörlosenverband Geld zu sammeln, mit Spendenlisten durch die Straßen gezogen sein. Einer Pensionistin kamen die seltsam anmutenden „Taubstummen“ jedoch verdächtig vor.

Nachdem die Handschellen klickten, konnten nicht nur 90 Euro in Münzen, sondern auch Verbandsspendenlisten mit Namen und Unterschriften sichergestellt werden. Dazu ergaben die Ermittlungen, dass die beiden Rumäninnen kurz zuvor noch in Italien und Schweden geweilt hatten. Eine Verurteilung für den Spendenbetrug hatte es für die Zweitangeklagte jedoch bereits in Wels gegeben. Die Erst­angeklagte ist flüchtig. Der Mann der Verurteilten saß nun gestern auf der Anklagebank, da ihn seine Frau als Verteiler der gefälschten Spendenlisten deklariert hatte. Ein Verdacht, der laut Verteidiger Marius Baumann allein auf der Ehefrau gründete. Die entschlug sich jedoch gestern der Aussage: Freispruch. (fell)

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