Ungarns Premier will INA/MOL-Streit beilegen

Budapest (APA) - Ungarn will den Streit um die Rolle des ungarischen Mineralölunternehmen MOL beim kroatischen Ölkonzern INA beilegen. Das e...

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Budapest (APA) - Ungarn will den Streit um die Rolle des ungarischen Mineralölunternehmen MOL beim kroatischen Ölkonzern INA beilegen. Das erklärte der ungarische Premier Viktor Orban heute, Dienstag, nach einem Treffen mit seinem kroatischen Amtskollegen Andrej Plenkovic. Ungarn möchte das Problem so bald wie möglich auf „würdige Weise“ klären, wurde Orban von der ungarischen Nachrichtenagentur MTI zitiert.

Wenn die kroatische Regierung MOL in Zukunft nicht mehr in Kroatien haben wolle, dann sei Ungarn bereit, eine entsprechende Abmachung zu treffen und die INA-Anteile zurückzugeben.

Der Streitfall INA/MOL belastet seit langem das Verhältnis zwischen den beiden Nachbarländern. Dabei war Kroatien bestrebt, den 2009 an MOL verkauften 49-Prozent-Anteil an der INA wieder zurückzukaufen. Das UNO-Schiedsgericht in Genf hatte es 2016 abgelehnt, den seinerzeitigen Kaufvertrag zu annullieren, weil dieser durch Korruption zustande gekommen sein soll.

In Kroatien wird MOL-Chef Zsolt Hernadi beschuldigt, Ex-Ministerpräsident Ivo Sanader mit 10 Mio. Euro bestochen zu haben, um MOL die Führung des kroatischen Ölkonzerns INA zu überlassen, obwohl MOL nicht die Aktienmehrheit hatte. Die Anklage wurde bereits 2013 erhoben, bis heute ist Hernadi jedoch für die kroatische Justiz nicht greifbar. Im vergangenen Jahr hat Interpol den Antrag Kroatiens auf eine Verlängerung des internationalen Haftbefehls abgelehnt und Hernadi von der Fahndungsliste gestrichen.

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Sanader wurde wegen der Annahme von Bestechungsgeldern von MOL bereits verurteilt. Allerdings hob das Verfassungsgericht das Urteil 2015 wegen Verfahrensfehlern auf und ordnete eine Neuauflage des Prozesses an. Im neuen Prozess soll Hernadi gemeinsam mit Sanader vor Gericht stehen, da die beiden Verfahren zusammengelegt wurden.

~ ISIN HU0000068952 ~ APA349 2017-11-28/14:29


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