Suche nach Kriegsmaterial im Neusiedler See in Ungarn

Sarrod (APA) - Am Neusiedler See hat am Dienstag ein Einsatz des ungarischen Militärs zur Bergung von Kriegsmaterial aus dem Zweiten Weltkri...

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Sarrod (APA) - Am Neusiedler See hat am Dienstag ein Einsatz des ungarischen Militärs zur Bergung von Kriegsmaterial aus dem Zweiten Weltkrieg stattgefunden. Taucher fanden eine Vier-Zentimeter-Luftabwehr-Splittergranate, die geborgen und zur Explosion gebracht wurde, sagte die Sprecherin des Entminungsdienstes des ungarischen Verteidigungsministeriums, Zita Markovics, der APA. Damit sei der Fall abgeschlossen.

Laut einem Bericht des ORF Burgenland werden in dem Gebiet zwei Bomben und mehr als 100 Granaten im See vermutet. Die Suche nach den im Schlamm des Seegrundes verborgenen Kriegsrelikten gestaltet sich schwierig.

Bei der Landespolizeidirektion Burgenland hieß es auf APA-Anfrage, es habe von den ungarischen Behörden im Vorfeld keine Information über die Aktion gegeben. Dienstagfrüh sei ungarisches Militär in Grenznähe erschienen und habe Bergungen durchgeführt, schilderte ein Sprecher. Als österreichische Polizisten dies sahen, seien sie mit einem Polizeiboot in die Nähe gefahren und hätten beobachtet, wie man vier Mal etwas aus dem See geholt habe.

Im Grund des Neusiedler Sees dürfte noch einiges an Kriegsrelikten schlummern. Sowohl der See als auch der südöstlich davon gelegene Hansag wurde im Zweiten Weltkrieg von Flugzeugen, die in Schwierigkeiten geraten waren, benutzt, um Ballast abzuwerfen - in Form von Munition oder von Fliegerbomben, weiß Alois Lang vom Nationalpark Neusiedler See Seewinkel.

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Vor allem Berufsfischern ging früher öfters ein Überbleibsel aus Kriegstagen ins Netz. Auch nach Jahrzehnten kommt es gelegentlich zu Zufallsfunden beim Baden im See. Vor drei Jahren beispielsweise trat etwa eine Burgenländerin in Oggau (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) dabei auf eine Flakgranate. Ein Berufsfischer übergab einmal dem Entminungsdienst elf Flakgranaten, die sich im Lauf der Jahre in den Netzen verfangen hatten.

Ein Segler trat bei einem Badeausflug auf eine Panzergranate. Den 25 Zentimeter langen Blindgänger legte er danach im Boot ab. In Podersdorf (Bezirk Neusiedl am See) fanden Kinder im Wasser des Sees ein 40 Zentimeter lange 105-Millimeter-Artilleriegranate, die der Entminungsdienst entschärfte.


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