US-General: Deutschland sollte Sitz von NATO-Logistikkommando werden

Berlin (APA/Reuters) - Das neue NATO-Logistikkommando zur Verlegung von Truppen in den Osten im Krisenfall sollte nach Einschätzung eines ho...

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Berlin (APA/Reuters) - Das neue NATO-Logistikkommando zur Verlegung von Truppen in den Osten im Krisenfall sollte nach Einschätzung eines hochrangigen US-Generals in Deutschland angesiedelt werden. „Ich kann mir kein anderes Land denken, das besser dafür geeignet ist als Deutschland“, sagte der Kommandant der US-Truppen in Europa, Ben Hodges, bei einer Sicherheitskonferenz am Dienstag in Berlin.

Für die USA sei Deutschland ohnehin das Sprungbrett innerhalb Europas. „Die meisten Soldaten, die wir in Europa stationiert haben, leben in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern. Wir sind da zu Hause.“

Deutschland als Sitz des Logistikkommandos könne den Transport von Truppen und Material innerhalb Europas deutlich beschleunigen. „Momentan reicht die Kapazität der Deutschen Bahn nicht aus“, sagte Hodges. Weil Deutschland aber ein Flaschenhals für jeglichen Transport sei, würden Probleme hier direkt auf die Lage in Polen, Rumänien und Bulgarien durchschlagen und die Verlegung von Truppen an die Ostflanke des Bündnisses verzögern. Indirekt regte Hodges an, die deutsche Bundesregierung könne einen Teil der Erhöhung des Wehretats zur Beseitigung dieses Problems verwenden. „Wenn manche Nationen sich fragen, wofür sie ihre zwei Prozent ausgeben sollen, haben meine vier obersten Prioritäten mit dem Thema Transport zu tun“, sagte Hodges mit Blick auf das NATO-Ziel für die Verteidigungsausgaben in Prozent der Wirtschaftsleistung.

Mit der Ukraine-Krise 2014 und der Verschlechterung der Beziehungen zu Russland hatte die NATO eine Trendwende eingeleitet. Sie konzentriert sich nun erstmals seit dem Ende des Kalten Krieges wieder stärker auf die Bündnisverteidigung statt auf Auslandseinsätze wie in Afghanistan. Die Militärallianz will deshalb auch zwei neue Kommandos einrichten: Ein Logistik-Kommando, das dafür sorgen soll, dass Material und Truppen im Krisenfall rasch dorthin verlegt werden, wo sie gebraucht werden. Der schnelle Transport von Soldaten und Gerät ist bisher ein Problem, da die Militärallianz die Vorkehrungen dafür seit dem Fall des Eisernen Vorhangs drastisch heruntergefahren hat. Im Fall eines Konflikts mit Russland müssten aber nicht nur Truppen und Material aus Europa, sondern auch aus den USA in Richtung Osten verlegt werden.

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Daneben will die NATO auch ein neues Atlantik-Kommando schaffen, das die Zusammenarbeit großer Marineverbände bei der Verlegung von Schiffen, dem Schutz von Seewegen und in maritimen Operationen verbessern soll. Als Sitz des Atlantik-Kommandos sind die USA und Portugal im Gespräch, als Sitz des Logistik-Kommandos Deutschland und Polen.

~ WEB http://www.nato.int/ ~ APA497 2017-11-28/18:40


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