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Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat nach einem schwachen Wochenstart am Dienstag wieder zugelegt. Allerdings hiel...

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Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat nach einem schwachen Wochenstart am Dienstag wieder zugelegt. Allerdings hielten sich die Kursgewinne in Grenzen. Der DAX pendelte sich knapp über der viel beachteten Marke von 13.000 Punkten ein und schloss letztlich 0,46 Prozent im Plus bei 13.059,53 Punkten.

Jochen Stanzl von CMC Markets führte die Zurückhaltung der Anleger auf indirekte Auswirkungen der möglichen Steuersenkungen in den USA zurück. Diese könnten zu einer steigenden Verschuldung der USA und einem gegenüber dem Euro schwächelnden US-Dollar führen. Eine stärkere Gemeinschaftswährung kann Produkte der Unternehmen aus dem Euroraum für Käufer außerhalb der Währungszone verteuern und so den Export erschweren.

Nach seinem Rekordhoch bei 13.525 Zählern Anfang November war der deutsche Leitindex binnen weniger Tage auf rund 13.000 Punkte zurückgefallen - seitdem ist es ihm nicht gelungen, sich nachhaltig von diesem Niveau abzusetzen. Martin Lück vom US-Vermögensverwalter Blackrock äußerte sich inzwischen optimistisch: Die Konjunktur sei solide, die Gewinne der Unternehmen sprudelten und die Zinsen blieben vorerst niedrig. Außer der „lästigen Politik“ stehe Kursgewinnen nichts im Wege, sagte der Anlagestratege.

Auch die deutschen Nebenwerte-Indizes schafften es am Dienstag wieder in den grünen Bereich: Der MDAX der mittelgroßen Unternehmen verabschiedete sich 0,59 Prozent fester bei 26.789,13 Punkten und der Technologiewerte-Index TecDAX gewann 0,51 Prozent auf 2.562,33 Zähler.

Weil es in Deutschland an kursbewegenden Unternehmensnachrichten mangelte, sorgten vor allem Analystenaussagen für Kursbewegungen. BMW gehörte mit minus 0,86 Prozent zu den größten DAX-Verlierern. Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler hatte BMW als den unattraktivsten der drei großen deutschen Autobauer bezeichnet und die Aktien auf „Verkaufen“ abgestuft.

Im TecDAX wurden die Papiere von Nordex gemieden und sanken um 1,15 Prozent auf 7,77 Euro. Das US-Investmenthaus Merrill Lynch senkte sein Votum für den Windturbinenhersteller auf „Underperform“ und drittelte das Kursziel nahezu von 15,00 auf 5,50 Euro.

Wirecard-Aktien stiegen indes zeitweise mit 89,80 Euro auf ein Rekordhoch und behaupteten am Ende ein Plus von 0,89 Prozent auf 89,17 Euro. Der Zahlungsdienstleister profitiert vom zunehmenden Online-Shopping. Mit einem Börsenwert von mehr als 11 Milliarden Euro wird der TecDAX-Wert mittlerweile sogar als möglicher Aufsteiger in den Dax gehandelt.

Im SDAX der geringer kapitalisierten Unternehmen setzte sich ElringKlinger mit einem Plus von 6,74 Prozent an die Spitze. Hier half ein positiver Kommentar des Bankhauses Lampe, das die Titel des Autozulieferers von „Halten“ auf „Kaufen“ hochgestuft hatte.

Papiere des Hamburger Hafenbetreibers HHLA legten um 2,08 Prozent zu, nachdem das Bundesverwaltungsgericht eine Klage gegen die für die HHLA wichtige Vertiefung der Elbe abgelehnt hatte.

Dagegen sackten die Titel von Scout24 nach einer Aktienplatzierung um 1,83 Prozent auf 34,95 Euro ab. Der Großaktionär Hellman & Friedman hatte 10 Millionen Aktien des Betreibers von Online-Plattformen zum Stückpreis von 34,45 Euro verkauft.

Außerhalb der wichtigen Indizes verteuerten sich die Aktien des Mitte Oktober an die Börse gegangenen Batterieherstellers Varta um 0,44 Prozent. Sie wurden von einer Kaufempfehlung der Berenberg Bank gestützt.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA513 2017-11-28/19:01


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