Wegen Nordkorea: Hawaii führt Warnungen vor Atomangriff ein

Hawaiis Einwohner sollen künftig wieder einmal im Monat via Sirenenwarnungen für einen möglichen Ernstfall sensibilisiert werden. Zuletzt waren die Warnungen im Kalten Krieg aktiv.

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Pjöngjang hatte in den vergangenen Monaten mehrfach gedroht, US-Gebiet zu attackieren.
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Honolulu – Vor dem Hintergrund einer möglichen Bedrohung durch Nordkorea nimmt der US-Bundesstaat Hawaii Sirenenwarnungen vor einem atomaren Angriff wieder auf. Das Signal solle am Freitagmittag (Ortszeit) zum ersten Mal seit dem Ende des Kalten Krieges wieder ertönen, berichteten US-Medien am Dienstag. Hawaiis Einwohner sollen so für einen möglichen Ernstfall sensibilisiert werden.

Pjöngjang hatte in den vergangenen Monaten mehrfach gedroht, US-Gebiet zu attackieren. Hawaii liegt etwa 7400 Kilometer von Nordkorea entfernt. Dort leben etwa 1,4 Millionen Menschen. Auf Hawaii ist auch das Pazifikkommando der US-Flotte stationiert.

„15 Minuten sind überhaupt nicht viel Zeit“

Vern Miyagi vom Katastrophenschutz Hawaiis sagte CNN, im Falle eines Angriffs brauche man fünf Minuten, um das Ziel zu identifizieren. Der Bevölkerung blieben dann 15 Minuten, um Schutz zu suchen, sagte er. „Das ist überhaupt nicht viel Zeit.“ Die Signale sollen künftig einmal im Monat ertönen.

Die Washington Post zitierte Einwohner der Insel Kuaui, die die Atom-Sirenensignale laut Bericht aus eigenem Erleben kennen, die Wiederaufnahme sei klug. „Eine solche Sirene zu hören, erschreckt dich zu Tode. Aber es ist allemal besser, als nur herumzusitzen und sich zu fragen: Warum hat eigentlich niemand einen Plan?“, sagte Judith Fernandez (79). (APA/dpa)


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