125 Hinweise auf RAF-Trio bei LKA Niedersachsen eingegangen

Die Hinweise führen die Polizei teils ins Ausland. Auch dort wird auf Hochtouren ermittelt.

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Ein Fahndungsfoto der drei gesuchten Burkhard Garweg, Ernst-Volker Wilhelm Staub und Daniela Klette (v.l.), wie sie heute aussehen könnten.
© AFP/dpa/BKA

Hannover – Nach der auf Spanien, Frankreich und Italien ausgedehnten Fahndung nach drei untergetauchten Ex-RAF-Terroristen hat das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen inzwischen 125 Hinweise erhalten. Diese stammen teils aus dem Ausland und beziehen sich teils ebenfalls auf das Ausland, wie ein LKA-Sprecher in Hannover sagte. Die Fahnder arbeiteten sämtliche Hinweise ab, eine heiße Spur habe sich zumindest bislang nicht ergeben.

Die wegen einer Serie von Raubüberfällen in Norddeutschland gesuchten Ernst-Volker Staub (63), Burkhard Garweg (49) und Daniela Klette (59) halten sich nach Vermutung der Ermittler außer in Deutschland möglicherweise im Mittelmeerraum oder aber in den Niederlanden auf. Die früheren Linksterroristen sind seit Jahrzehnten untergetaucht.

Mit bislang unveröffentlichten Tatvideos hatte das LKA vor zwei Wochen einen neuen Fahndungsaufruf nach den gefährlichen Verbrechern gestartet. Die Polizei verdächtigt die Gesuchten, mindestens neun Raubüberfälle in Norddeutschland begangen zu haben. Eine Videosequenz zeigt Staub und Garweg bei einem Überfall in Hildesheim, auf einer zweiten sind die beiden in einem Bus in Osnabrück zu sehen. Die Beute soll insgesamt etliche hunderttausend Euro betragen haben. Garweg, Klette und Staub gehören zur so genannten dritten Generation der RAF.

Entschuldigung bei Schleyer-Angehörigen

Mit Silke Maier-Witt hatte zuletzt eine frühere RAF-Terroristin die Angehörigen von Hanns Martin Schleyer um Verzeihung für die Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten gebeten – 40 Jahre nach der Tat. Die 67-Jährige, die wegen der Entführung und Ermordung Schleyers zu zehn Jahren Haft verurteilt worden war, war laut Bild-Zeitung vergangene Woche mit Jörg Schleyer (63), dem jüngsten Sohn Schleyers, im mazedonischen Skopje zusammengetroffen, wo sie seit mehreren Jahren lebt.

Zu den letzten Augenblicken im Leben des Arbeitgeberpräsidenten sagte Maier-Witt laut Bild (Mittwoch), sie gehe nicht davon aus, dass er gewusst habe, dass er gleich erschossen werde. Vermutlich habe man Schleyer vorenthalten, „dass es jetzt final wird.“ Maier-Witt nimmt demnach an, dass er „hinterrücks“ erschossen worden sei. Nach dem Treffen in Skopje sagte der Schleyer-Sohn dem Sender RBB am Dienstag, Maier-Witt habe nicht über viele Einzelheiten sprechen können, „aber die Entschuldigung als solche habe ich angenommen.“ (dpa)


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