Salzburger Winterfest mit spektakulärem Fangenspiel der Flip FabriQue

Salzburg (APA) - Es hat etwas von einem Ferienlager: Sechs Freude treffen sich nach langer Zeit zu einem gemeinsamen Wochenende. Doch weil e...

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Salzburg (APA) - Es hat etwas von einem Ferienlager: Sechs Freude treffen sich nach langer Zeit zu einem gemeinsamen Wochenende. Doch weil es die sechs Artisten der Flip FabriQue sind, ist es keine einfache Begegnung, sondern eine atemberaubende Kommunikation der Körper. Das Stück der kanadischen Zirkusformation hatte am Dienstagabend beim Salzburger Winterfest umjubelte Österreichpremiere.

„Attrape-Moi“ („Fang mich“) heißt das Stück, in dem die sechs Zirkuskünstler die Bühne zu einem großen Spielplatz umfunktionieren. Beim Eintreffen der Freunde geht gerade ein Gewitterregen nieder. Sie sehen sich, umarmen sich, der Regen ist vorbei. Sofort ist sie wieder da, die Zusammengehörigkeit - und der Spaß am gemeinsamen Tun.

Die sechs stacheln sich gegenseitig mit viel Spaß zu waghalsigen Kunststücken an: Sie fliegen durch die Luft, jonglieren um die Wette und bauen sich zu Körperpyramiden auf. Die grazile Jade, die einzige Frau in der Truppe, schafft es, gut ein Dutzend glitzernde Hula-Hoop-Reifen gleichzeitig am Schwingen zu halten - und das in unterschiedliche Drehrichtungen. Zu den Klängen einer Bearbeitung von Barry Manilows „Copa Cobana“ turnen die Sechs in Hawaiihemden und Sonnenbrillen über die Bühne - die Welt steht ihnen offen, nur der Coolnessfaktor zählt.

Schwungvolle, lustvolle Szenen wechseln in „Attrape-Moi“ mit poetischen Momenten: Für einen der Höhepunkte sorgt einer der Männer, der sich an zwei Bändern nur mit Körperkraft immer und immer wieder unter die Zirkuskuppel schraubt. Dazu sehen die Freunde ein Fotoalbum mit Bildern aus längst vergangenen Zeiten an. Der erste Kuss, der Sommer am See - von einem Moment auf den anderen schlägt die Stimmung in Melancholie um. Mit seinem elegant in der Luft schwebenden Körper erzählt der Artist von Liebe, Sehnsucht, Schmerz und Freundschaft.

Doch gleich darauf kehrt die Fröhlichkeit zurück. Die Artisten richten die Schlafsäcke her, doch von Schlafen ist noch keine Rede. Sie schlüpfen kopfüber in die bunten Stoffe und werden von einem Moment auf den anderen zu Fantasiewesen, die da blind durch die dunkle Nacht tappen.

Das Frühstück - eine Packung Frühstücksflocken - gibt es nicht einfach so. Über das vor dem Bühnenhaus aufgebaute Trampolin jagen die Artisten einander die Schachtel ab, springen wie Gummibälle auf und ab. Sie landen elegant auf dem Dach oder in den Fenstern, wirbeln mit Saltos durch die Luft und tun so, als wäre das die selbstverständlichste Sache der Welt. Dann kommt der Regen, das wunderbare Wochenende der Freunde geht zu Ende. Das Publikum dankte mit tosendem Applaus.

(S E R V I C E - „Attrape-Moi“ der Flip FabriQue, 28. November bis 16. Dezember, Salzburger Winterfest, im Theaterzelt im Salzburger Volksgarten. Nächste Premiere am 13.12.: „La Cosa“ mit Claudio Stellato; www.winterfest.at)


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