„Wildes“ Lkw-Parken bleibt Reizthema in Wörgl

Die auf der Nordtangente in Wörgl parkenden Lkw sorgen für einen unhaltbaren Zustand. Als Gegenmittel werden bauliche Maßnahmen vorgeschlagen. Die Asfinag will Kapazitäten auf bestehenden Parkplätzen erhöhen.

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Von Wolfgang Otter

Wörgl –Parkende Lkw, so weit das Auge reicht – im Wörgler Gewerbegebiet manifestiert sich ein Problem, das mit steigenden Lkw-Zahlen auf der Autobahn auch hier immer größer wird. Auf der A12 bei Wörgl wurden im ersten Halbjahr 2017 9400 Lkw pro Tag gezählt, ein Plus von 4,9 Prozent gegenüber 2016. Es fehlen die Stellplätze für die zunehmende Zahl der Fahrer, die die Fahrverbote bzw. Ruhezeiten einhalten müssen.

Für Fritz Gurgiser ist aber das Problem der zugeparkten Nordumfahrung in Wörgl auch ein „selbstgemachtes“, wie er neuerlich zur TT sagt. „Wörgl hat sich über viele Jahre hindurch selbst zu einem der interessantesten Transitanlockungsknotenpunkte entlang der Alpenkonventionsstrecke Rosenheim – Verona gemacht – ohne Rücksicht darauf, dass die Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit in Bezug auf Luft und Lärm des Lkw-Transitverkehr­s längst bei Weitem überschritten wurden“, erinnert Gurgise­r an die Großtankstelle und andere „verkehrserregende“ Betriebe im Wörgler Gewerbepark.

Gurgiser lässt auch nicht gelten, dass laut Bürgermeisterin Hedi Wechner sehr wohl kontrolliert und gestraft werde und sie das Ganze als ein regionales Problem sieht, da die Lkw-Fahrer keine Parkplätze mehr finden. Tatsächlich soll auch, sobald die Polizei einen Lkw-Fahrer bestraft und verschickt hat, sofort der nächste Lkw-Fahrer mit seinem Fahrzeug mangels Alternative die Lücke schließen.

Bei der Polizei bestätigt der Leiter der Landesverkehrsabteilung, Oberst Markus Widmann, dass die vergangenen zwei Jahre die Zahl der parkenden Lkw gestiegen sei. Parkplätze entlang der Autobahn, die früher zur Hälfte gefüllt waren, sind mittlerweile in der Nacht oder am Wochenende voll.

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Derzeit stellt die Asfinag 650 Lkw-Stellplätze in ganz Tirol – davon 565 im Korridor Kufstein – Brenner – zur Verfügung. Wie Stefan Siegele, Asfinag-Geschäftsführer für Tirol und Vorarlberg, erklärt, seien kapazitätsverbessernde Maßnahmen auf den bestehenden Parkplätzen geplant. Zudem habe man in Absprache mit der Polizei die Ein- und Ausfahrten in die Parkplätze baulich so verschmälert, dass kein Lkw-Fahrer mehr auf die Idee komme, hier stehen zu bleiben. „Ich muss auch betonen, dass wir keine Sicherheitsprobleme auf den Parkplätzen haben“, sagt Siegele zur TT. Was neue Stellplätze anbelange, erinnert er an die „Probleme mit Anrainern entlang der Autobahn, sobald man einen Stellplatz errichten will“.

Er spielt damit auf Angath an. Dort hatte die Asfinag bekanntlich den Bau von 103 Parkplätzen für Lkw geplant. Der Widerstand aus der Bevölkerung war enorm, 2014 wurde der Parkplatz daher dann auf Eis gelegt. Etwas, das für die Nordumfahrung in Wörgl „nicht dienlich“ gewesen sei, wie Bürgermeisterin Hedi Wechner bereits zur TT meinte.

Neue Parkplätze kommen für LHStv. Ingrid Felipe ohnedies nicht in Frage. „Das ist so wie mit neuen Straßen, dadurch wird noch mehr Verkehr angezogen“, sagt die grüne Verkehrslandesrätin. Das Ziel der Tiroler Politiker sei hingegen, die Zahl der Lkw zu reduzieren.

Felipe habe bereits ein Gespräch mit Wörgls Bürgermeisterin Wechner geführt, als eine Sofortlösung seien bauliche Maßnahmen diskutiert worden, sprich die derzeit sehr breite Straße durch seitliche Betonleitwände zu verschmälern, sodass kein Platz für parkende Lkw am Straßenrand mehr bleibt. Eine andere Lösung sei noch mehr Kontrolle durch die Verkehrspolizei. Hierfür stünden aber zu wenige Beamte zur Verfügung.

Für Gurgiser hat die Stadt „eine sehr große Eigenverantwortung, den gesetzlichen Zustand des illegalen Zuparkens hintanzuhalten – notfalls mit einer eigenen Security oder was auch immer. Das Verursacherprinzip hat auch in diesem Fall zu greifen und nicht nach Parkplätzen in anderen Gemeinden zu schreien. Der Tiroler Grund und Boden ist zu wertvoll, um ihn dauerhaft zu verbetonieren und zu verasphaltieren, damit dann unter Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes genau die darauf parken, die in Österreich keine Fahrzeug- und Mitarbeitersteuern bezahlen.“


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