Israel zerstört illegalen Siedlungsaußenposten im Westjordanland

Jerusalem/Ramallah (APA/dpa) - Israelische Sicherheitskräfte haben mit der Zerstörung eines auch nach den eigenen Gesetzen illegalen jüdisch...

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Jerusalem/Ramallah (APA/dpa) - Israelische Sicherheitskräfte haben mit der Zerstörung eines auch nach den eigenen Gesetzen illegalen jüdischen Siedlungsaußenpostens im Westjordanland begonnen. Sie „arbeiten daran, die Gebäude zu evakuieren, um Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten“, sagte eine Sprecherin der israelischen Armee am Mittwoch.

Rund 100 Polizisten und Soldaten seien auf Hunderte Demonstranten getroffen, schrieb die Zeitung „Haaretz“. Dutzende junge Demonstranten seien weggebracht worden. Berichte von Verletzten gab es zunächst nicht. Nach Medienberichten soll zunächst eine illegal gebaute Tischlerei zerstört werden. Bis März 2018 müssten laut einem Gerichtsentscheid die restlichen 15 Gebäude des Netiv HaAvot-Außenpostens südlich von Jerusalem entfernt werden. Das Höchste Gericht hatte im September 2016 die Zerstörung aller Gebäude verfügt, da sie vollständig oder teilweise auf palästinensischem Privatland gebaut wurden.

Israels Parlament hatte im Februar ein Gesetz gebilligt, mit dem Siedlerwohnungen auf palästinensischem Privatland rückwirkend legalisiert werden. Das Gesetz sieht eine Entschädigung der palästinensischen Besitzer vor.

Israel hatte während des Sechstagekriegs 1967 unter anderem das Westjordanland sowie den arabischen Ostteil Jerusalems erobert. Die Palästinenser beanspruchen diese Gebiete allerdings für einen künftigen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt, ihr Ziel ist die Zwei-Staaten-Lösung. Mittlerweile leben im Westjordanland und Ost-Jerusalem rund 600.000 israelische Siedler.


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