Rücktritt vom Rücktritt empört FP-Gemeinderat in Zell

Der zurückgetretene Obmann des Sozial- und Gesundheitssprengels in Zell kandidiert wieder, nachdem sein Vorstands-Nachfolger feststand.

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Von Angela Dähling

Zell am Ziller –Heute Abend steht bei der Jahreshauptversammlung des Sozial- und Gesundheitssprengels Zell am Ziller und Umgebung die Neuwahl des Obmanns auf dem Programm – wobei sich mit Anton Kreidl der seit Jahrzehnten amtierende Obmann wieder der Wahl stellt. Das wäre so weit nichts Ungewöhnliches.

Bezeichnend ist aber, dass Kreidl am 2. November seinen Rücktritt eingereicht hat. Und nun sozusagen einen Rücktritt vom Rücktritt macht. Auf die Frage nach dem Warum antwortet Kreidl: „Ich habe es mir einfach anders überlegt und will doch nicht zurücktreten.“ Mehr wolle er dazu nicht sagen.

Mehr dazu zu sagen hat indes der Zeller FPÖ-Gemeinderat Christoph Steiner. Denn er wurde per Gemeinderatsbeschluss vom 20. November dazu berufen, für Kreidl in den Vorstand des Sprengels nachzurücken. Allerdings erfolgte diese Nominierung erst, nachdem die FPÖ-Liste Steiner ins Spiel brachte und auf das Verhältniswahlrecht aufmerksam machte. „Demnach steht der FP-Liste jeder dritte Sitz zu“, sagt Steiner. Kreidl, der selbst einst für die ÖVP im Gemeinderat saß, habe in seinem Rücktrittsschreiben VP-Gemeinderätin Uschi Langesee als seine Nachfolgerin vorgeschlagen, erklärt Steiner. So hätte es der Gemeinderat wohl auch beschließen sollen. „Doch aufgrund des besagten Verhältniswahlrechts hat Bürgermeister Robert Pramstrahler mir Recht gegeben und so lautete der Antrag schließlich, mich in den Sprengelvorstand zu entsenden“, erklärt Steiner. Mit 8Ja-Stimmen und 5 Enthaltungen (eine davon stammt von Christoph Steiner) segnete der Gemeinderat die Sache per Beschluss ab.

Steiner hat auch Ambitionen, Obmann zu werden, und verweist dabei auf seinen beruflichen Hintergrund: Er ist Heilmasseur, medizinischer Masseur und war teilweise hauptberuflich, teilweise ehrenamtlich als Rettungssanitäter beim Roten Kreuz tätig. „Ich hätte die fachlichen Kompentenzen und würde mich als Obmann zur Wahl stellen. Was nicht heißt, dass ich es werde. Aber angeblich soll im Vorstand ansonsten niemand Interesse an dieser Funktion haben“, sagt Steiner. Dass Kreidl nun einen Rücktritt vom Rücktritt macht, findet Steiner „mehr als lächerlich“. Er, Steiner, habe offenbar die falsche Parteifarbe, mutmaßt der FPÖ-Politiker.

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Wie es nun weitergehe, wisse er auch nicht. Steiner: „Denn der Gemeinderatsbeschluss ist aufrecht und die Frist, in der Kreidl seinen Rücktritt widerrufen hätte können, ist eigentlich abgelaufen.“


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