EU-Afrika - „Alle drei Jahre ein Gipfel wird nicht mehr reichen“

Abidjan/Addis Abeba (APA) - „Es wird nicht mehr reichen, zu sagen, wir machen alle drei Jahre einen Gipfel.“ Obwohl sie sich gerade auf eine...

  • Artikel
  • Diskussion

Abidjan/Addis Abeba (APA) - „Es wird nicht mehr reichen, zu sagen, wir machen alle drei Jahre einen Gipfel.“ Obwohl sie sich gerade auf einem befindet, sieht Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) die Zukunft der Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika auf anderen, unterschiedlichen Ebenen, wie sie vor Beginn des 5. EU-Afrika-Gipfels in Abidjan am Mittwoch vor Journalisten erklärte.

„Es ist längst notwendig und an der Zeit, dass Europa und Afrika näher zusammenrücken, weil wir ja auch wissen, dass alle Entwicklungen, die in Afrika stattfinden, auch Auswirkungen auf Europa haben“, meinte Duzdar in der Metropole des westafrikanischen Cote d‘Ivoire. „Daher begrüße ich es auch, dass dieser Gipfel erstmals in Schwarzafrika stattfindet und Europa damit auch ein wichtiges Zeichen setzt, nämlich tatsächlich stärker mit Afrika kooperieren zu wollen.“

Allerdings findet sie, dass die Kooperation „abgesehen von den Konferenzen, die ja nur alle drei Jahre stattfinden, auf unterschiedlichen Ebenen ausgebaut werden muss.“ Wie etwa der Jugendgipfel, der dem Treffen der Staats- und Regierungschefs von EU und Afrikanischer Union (AU) vorausging. In der Abschlusserklärung dieses Jugendgipfels werde der Focus stark auf Bildung und die Schaffung von Arbeitsplätzen gerichtet, freute sich Duzdar: „Rechtsstaatlichkeit und Aufbau von Institutionen sind natürlich sehr wichtig, aber man muss schauen, dass es in den Ländern auch eine soziale Entwicklung gibt, die die jungen Menschen einbezieht und ihnen Perspektiven gibt.“

Dass das alles nur durch die europäische Angst vor einer gigantischen Migrationswelle begründet ist, will die Staatssekretärin nicht gelten lassen: „Ganz im Gegenteil: Migration ist ein Folgeproblem von Armut, wirtschaftlicher Ungleichheit, von Perspektivenlosigkeit, von der Vernichtung von Existenzgrundlagen durch den Klimawandel - es ist zu wenig, hier nur Symptombekämpfung zu machen, man braucht einen viel breiteren Ansatz.“

10x Wanderausrüstung zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Dass die Ergebnisse der bisherigen gemeinsamen EU-Afrika-Strategie stark ausbaufähig sind, hat für Duzdar auch strukturelle Ursachen: So seien EU und AU nun einmal nicht zu vergleichen, was Homogenität und Grad der Vergemeinschaftung betreffe. „Aber es gibt keine Alternative: Man kann nicht mehr so tun, als ob die Entwicklungen in Afrika nichts mit uns zu tun haben. Es wird auch nicht mehr reichen, zu sagen, wir machen alle drei Jahre einen Gipfel. Wir müssen die Zusammenarbeit auf Augenhöhe führen und nicht nur mit Konditionen an die Sache herangehen, sondern Gemeinsamkeiten suchen und stärken.“

~ WEB http://www.au.int/ ~ APA291 2017-11-29/12:47


Kommentieren